Travel Storys
bis jetzt unvollständig, der Rest kommt demnächst….

März 7, 2009 – Samstag
aus dem Staub gemacht
so nach etlichen Stunden ueber den Wolken bin ich leicht verschwitzt und bloede im Kopf in Montevideo angekommen,dank eines Frankfurter Flughafenengels hatte ich auch auf allen Fluegen einen perfekten Fenstersitzplatz mit Beinfreiheit und Fluchtmoeglichkeit im Fall der Faelle…( immer direkt neben den Notausstiegen) und um mein Gepaeck musste ich mich auch nicht sorgen
da kann ich nur danke Franka sagen…..
Abendbrot in Paris war lecker und das Fruehstueck in Sao Paulo war auch nicht von schlechten Eltern,yam yam, und als ich den Flughafen hier in Montevideo verlassen hatte wusste ich : ja, es war richtig sich zu verpissen…, wohnen tue ich zur Zeit in der Altstadt, stellt euch den Kaßberg etwas groeßer vor, die Haueser unsaniert aber bunt und voller Leben, uebers Wetter brauch ich nichts zu sagen außer das ich schon Bekanntschaft mit dem Strand geschlossen habe, grinz
und ja Tom, du hattest Recht mit deiner Vermutung, was das Leben sonst noch angenehm macht stellt hier auch kein Problem dar, der Typ am Tresen verstand mich gleich…..
die Geldautomaten sind ein wenig kompliziert, ohne Hilfe gings beim ersten mal nicht…
ansonsten gibt es nur zu sagen: die Leute freundlich , das Wetter schoen , und das Land ist nach dem ersten Augenschein von oben auch ganz nett anzusehen…
Jetzt noch was essen, ne Bar suchen (hab da schon nen favoriten im Auge, schoen abgeratzt und billig, so vom Style aehnlich dem AJZ…..)
und dann erst mal pennen, denn wie gesagt, ich hatte zwar immer gute Plaetze , aber beim Flug uebers große Wasser sas eine Frau mit einem drei Monate alten Kind neben mir, was aus irgendwelchen Gruenden fliegen absolut zum kotzen findet….
März 5, 2009 – Donnerstag
Wohin?
heute morgen ohne Uhrzeit aufgestanden, rat und mutlos, eine Stunde bei Nieselregen durch Monte Video geirrt auf der Suche nach einer Karte von Uruguay (fuer alle diejetzt sagen wollen haettest du doch in D…, wollte ich gabs nicht, auch keine Reisefuehrer) und einer billigen Uhr. Denn was bis dahin ueberhaubt noch nicht klar war: Wohin?
Das ist jetzt Gottseidank geklaert, morgen gehts mit dem Bus nach Cabo Polonio. Einem Hostel, ca 300 km entfernt von hier an der Ostkueste. Wo man nicht nur einen sondern zwei Straende in unmittelbarer Naehe, sozusagen vor der Haustuer hat. Martin, ein ueberaus faehiger Hostelmanager, oder Besitzer? des Art Hostels hier (was ne geile Dachterrasse mit Haengematten hat) half mir aus meiner Ratlosigkeit und hat mir ein Zimmer im dortigen Hostel gebucht, nachdem ich ihn fragte
wo ich denn hin koennte und was er mir empfehlen wuerde….
Zum Dank hat er mich durch die ganze Stadt ( naja die halbe, aber mindestens!) geschickt ein Busticket kaufen.
Er sagte:geh Ticket kaufen,zeigs mir und ich buche fuer dich…. zum Glueck gab er mir noch einen Zettel mit wo alles draufstand. Und da ich mir selber nicht traue, bin ich lieber gelaufen als mit dem Bus gefahren, denn so prasselig wie ich mich immer anstelle erwische ich entweder den falschen Bus oder die falsche Richtung, meisstens aber steige ich zu frueh oder zu spaet aus, schwitzen tut man in den Dingern auch, also laufen und gucken….
Das problem beim gucken ist nur, das ich nie auf`s wesentliche schau, und somit zwar weiss was auf den Balkon`s abgeht, ob die Hunde gute Laune, die Spatzen genug zu essen und die Frauen schoene Augen haben, was aber zur folge hat das ich mich immer irgendwie verlaufe. Naja, die grobe Richtung stimmt meist, aber der rest ist schweigen. Unter mithilfe eines Polizisten, eines Penners und einer jungen Frau, nach einem anderthalb stuendigem Fußmarsch am Busbahnhofangekommen, stellte ich fest: der ist ganz schoen groß, unuebersichtlich und voller Laeden wie der Leipziger Hbf. ach ja Ticketschalter gabs nebenbei auch noch, und einen Laden wo ich mir eineUhr kaufen konnte, denn anders als in Chemnitz gibt es hier kaum ( oder gar keine) oeffentlichen uhren…. Randbemerkung: die Compu Tastaturen haben hier weder Umlaute noch sonstige deutsche Spezialitaeten wie sz oder so auf Lager, und die Buchstaben liegen irgendwie auch anders…
März 7, 2009 – Samstag
nun hat sie mich die Reiselust
Wie nicht anders zu erwarten bin ich am 05.03. gut in Capo Polonio angekommen, das heist irgendwo am Straßenrand hielt der Bus und spie mich und drei andere durchgeschwitzte Gestalten aus, und da standen wir nun, etwas bedeppert und ratlos. Aber nicht lange, denn schon kam ein abenteuerlich aussehender Safari Lkw aus dem Gebuesch gekrochen (muesst ihr euch vorstellen wie die alten Safarischleudern in Afrika, nur noch bissel abgedrehter und groeßer, da Lkw…). Fix 60 pesos geloehnt ( auch diehippies muessen ja von irgendwas leben) und aufgesprungen , schon ging sie los die wilde, wenn auch angenehm langsame Fahrt durch ein fast endloses Duenenmeer, und was kam mir entgegen? Micha, du wirst es nicht glauben…: ein Ello mit Allrad und Deutz Motor, wenn ichs hinkriege bring ich dir ein Foto mit.
Nach ca 45 min Fahrt, was bei diesem Tempo irgendwas zwischen 5 und 10 Kilometern sind zeichnete sich am Horizont erst ein Leuchtturm ab (und ich dachte so bei mir : hae? ich denke die haben keinen Strom hier….haben sie auch nicht, nur der Leuchtturm hat, der Rest hat Windrad oder Autobatterie, Solar ist hier noch zu teuer) und dann ein weit und wild verstreuter Haufen Huetten ( ein Hoch auf das deutsche Bauamt, die wuerden alles planieren). Und siehe da, auf einer Huette eine Fahne: Hostel Capo Polonio. Abgestiegen hingeschluerft und jawoll es stand da ein Bettchen was auf mich wartet und ein Ausblick den ich euch nicht beschreiben kann. Ebenso das Lebensgefuehl, slow down and free…, dazu passend die Fahne vorm Hostel ( was wirklich blos ne Huette mit Veranda ist und zwei Schlafrauemen und ner Kochnische) mit der Aufschrift: Libertad o Muerte. Da dacht ich mir hier kannst du icht falsch sein….




Zu spaeter Nacht und bei vollem Mondenschein zum Meer geschlendert, was ja nur 20 – 30 meter sind, beim stehen und gucken demselbigen guten Tag gesagt und das ich ein Freund bin, lang laenger am laengsten in den Himmel geschaut, ne ganze Menge Weite gespuert, das Kreuz des Suedens gesucht (auftrag von Heiko) und Meeresgetoese im Ohr, dazu die vom Mond versilberten Schaumkronen im Blick und die Fueße im Sand… ich glaube viel mehr geht nicht an einem Tag…..
Am 06.03. was ein Freitag war, (wie ich erfahren habe), nach einem nicht ueppig aber genau ausreichend zu nennenden Fruehstueck, gereicht von Flora, und zubereitet von Phillippe) ab ins Wasser, der Strand flach zum reinlaufen, das Wasser angenehm warm und die Wellen stark genug mich von den Beinen zu holen (zum Vergnuegen von Flora und Alexandrine).
Natuerlich war zu erwarten das irgendwann mal der deutsche in mir durchkommt, aber das es so schnell geht haette ich nicht gedacht, denn nach dem Bade im Meer und anschliesender trocknung am Strand bei Sonnenschein und Windigkeiten ueberkam mich doch dezente Langeweile und ich fing an Waesche zu waschen…….aber nur solange bis eine der drei Haengematten frei war. grinz
Nach der landesueblichen Siesta an die sich natuerlich jeder der was auf sich haelt , haelt , bin ich los in richtung Wald , der sich in einiger Entfernung hinter ein paar Riesenduenen abzeichnete. Das es
weit war konnte man sehen, aber das es soweit war nicht…. Die klare Luft tauescht doch gewaltig ueber Entfernungen hinweg….
angekommen war es noch stiller als auf dem gang durch die Duenen , da hoerte man ab und zu noch das Meeresrauschen aus der Ferne…. Aber am Waldesrand nichts, kein Geraeusch… gar nichts , außer eine einzelne Grille, aber die dafuer umso lauter, wenn ich sie nicht selber gesehen haette wuerde ich auf Grund der Lautstaerke steif und fest behaupten die war mindestens vier meter lang und drei meter hoch….
Irgendwann gings wieder zurueck, vernuenftiger waere es gewesen den Sonnenuntergang abzuwarten, denn ich merkte schon das ich mir wohl einen kleinen Sonnenbrand einfangen werde. Aber verdammt noch mal ich hatte Hunger, und da ich ja nicht ganz bloed bin, obwohl ich die Sonnencreme straeflich missachtet habe, hatte ich ja nen langen Pullover an und ne Sonnenbrille auf….. Also das einzige was ernsthaft in Gefahr war waren meine Stirn und meine Fußoberseiten., denn ich war barfueßig und mit Shorts unterwegs… Um die Beine braucht ich mich nicht kuemmern denn wenn die Sonne fast senkrecht steht triffts nur die waagerechten Koerperpartien… und so war es denn auch,…..
So schlimm wie befuerchtet ist es dann heute frueh doch nicht gekommen, tatsaechlich hatte es nur die Fußoberseiten erwischt , was zur Folge hat das ich heute mit langer Hose , Hemd und Schuhen unterwegs bin, was auch nicht ganz unpassend ist, denn ich sitze hier gerade im naechstgelegenen Ort (25km) der ueber einen Geldautomaten verfuegt rum, praktischerweisse ist daneben ein Internetcafe und die kleine schwarzhaarige Frau am Tresen wundert sich die ganze Zeit was ich hier so lange auf dem Rechner rumhacke….. Da die Tastatur sehr alt und klapprig ist hoert man es auch im ganzen Laden. In zwei Stunden geht mein Bus zurueck und bis dahin werde ich mir noch ein wenig die Zeit mit Martini und Oliven vertreiben….
Am Montag geht es wahrscheinlich zurueck nach Montevideo um von dort aus nach Buenos Aires ueberzusetzen und mich gleich anschließend auf den Weg zu machen Richtung Bolivien…natuerlich mit Zwischenstopps, mal sehen vielleicht wird ja auch alles ganz anders… bis dahin: Auf Wiederlesen
Weitere Infos und Bilder : http://hm26.de/2009/03/07/
März 10, 2009 – Dienstag
i am back in Monte….
Erst mal noch ein kleiner Nachtrag zum letzten Bericht: den Bus habe ich natuerlich verpasst, aber anders als zu Hause habe ich die Frau am Schalter leben lassen und mich mit einem freundlichen Grazias alte Hippe bedankt und mir ein Taxi geschnappt, natuerlich kein offizielles, sondern einen uralt pick-up der Marke Ford (Baujahr irgendwas zwischen 1950 und 1960) der stand da gerade so rum und zwei Gringos in meinem Alter noch dazu, kurz angefragt, nen Geldschein gezueckt und ab ging die wilde Hatz mit ca 50km/h ( was glaube ich 10km/h schneller war als das sonst von ihm abverlangte) ueber die Landstrasse, was ich bei Fahrtbeginn nicht wusste war, das ein Tuetchen das jeden Hollaender vor Neid erblassen lassen wuerde im Preis inbegriffen war.
So, nun zum aktuellen Tagesgeschehen: mit immer noch leicht geroeteter Stirn, aber sowas von erholt und stressfrei, habe ich mich heute Nachmittag (09.03.09) auf den Weg zum Bus gemacht der planmaesig 15.10 Uhr vorbeikommen sollte und die wilde Horde einladen……, gekommen ist er dann irgendwann gegen 16 Uhr, da ich mir das Ticket schon im Vorfeld organisiert hatte brauchte ich mir keine Gedanken um den Sitzplatz machen und konnte trotz der Menge an Menschen der Sache stressfrei entgegensehen, und ja, heute war ich ein dreifacher Gluecksprinz, der Sitz auf der richtigen (der Sonne abgewandten) Seite, eine mucho mucho schoene Sitznachbarin und auf Grund von zu wenig Sitzplaetzen die ersten 2 Stunden einen sowas von knackigen Hintern direkt in Augenhoehe, das mir fast schwindlig wurde…..
Aber alles schoene geht einmal vorbei, irgendwann auf dem Weg richtung Monte leerte sich der Bus allmaehlich und ich fand ein wenig Ruhe zum schlafen, was auch bitter noetig war, denn gestern Nacht bin ich nicht so recht dazu gekommen, wer kann schon bei klarem Himmel, Vollmond und sanfter Duenung pennen? Na gut koennen kann ich immer, aber wollen wollt ich nicht….
Nun sitze ich hier auf dem zentralen Busbahnhof und habe noch paar stunden zeit bis es weitergeht, 00,15 Uhr faehrt der Bus ab in richtung buenos Aires und um 03,12 Uhr geht die Faehre, gegen 7 Uhr werde ich dann Buenos Aires begrueßen, ob mit einem lauten Freudenschrei oder einem Spuck ueber die Reeling wird sich zeigen, wie es dann weitergeht ist noch etwas unklar, erst mal sehen wie meine koerperliche Verfassung ist und was mein kopf mir sagt, vielleicht habe ich ja Glueck und der Zug Richtung Salta (Nordwesten von Argentinien) geht in nicht allzuferner Zeit, kann aber auch sein das ich ein zwei Tage in Buenos bleibe, den der Zug faehrt bloß zwei mal die Woche mit angehaengtem Schlafwagen, und 25 (planmaessige…..) Stunden zweiter Klasse ohne Garantie auf Sitzplatz habe ich echt keine Boecke…
zum Schlafengehen noch eine kleine Geschichte die mir so zwischendurch (waehrend ich alles rings um mich herum beobachtete) aus den Haenden aufs Papier geglitten ist :
Alfredo dem alten Mann fiel es nicht schwer der Magie des Palo Santo zu erliegen. Noch dazu wenn es so verfuehrerisch daherkommt wie in diesem Fall. Ob von Frauenhand zu magischen Dueften verwandelt , oder als zarter Strich auf weissem festen Karton, er konnte sich nicht verweigern, und wollte es wohl auch nicht so recht……
Weitere Infos und Bilder : http://hm26.de/2009/03/10/
März 10, 2009 – Dienstag
Buenos Aires
Noch mal Glueck gehabt gestern: da ich ja mehr als genug Zeit hatte, bin ich natuerlich noch ein wenig
durch die Gegend geschlichen. Und ploetzlich: was hoeren meine ohren? Livemugge, ein Maennerchor mit Trommeln, traditionelle Weisen spielend, und das fuer nothing, zwar hinter der Mauer und nicht davor, aber wer muss schon sehen wenn er hoeren kann?
Einen Mann mit Baskenmuetze, grauen Haaren und Riesennase als Sitznachbar gehabt im Bus und fuer mich beschlossen , wenn ich mal so alt werde ( die Nase habe ich ja schon) werde ich auch so aussehen wollen, hatte ne ziemlich coole Ausstrahlung der alte sack, da ich ihn nicht fragen konnte wer wie wann was warum wieso weshalb und sowieso, behaupte ich jetzt einfach mal der war / ist ein Weggefaehrte vom ollen Che, ob es stimmt weiss ich natuerlich nicht, aber irgendwie hatte ich so ein Feeling , was natuerlich taeuschen kann.. Ist mir aber relativ Rille, sind ja meine Vorstellungen und Gedanken , und als solche nicht unbedingt der letzten Wahrheit verpflichtet…
Ueber die reeling gespuckt habe ich nicht, und auch keine Freudenschreie ausgestossen als Buenos Aires in Sicht kam, denn erstens war ich ziemlich verpennt, was ja auch verstaendlich ist wenn man die ganze Nacht on the Road and Water ist (fuer Mama: auf der strasse und dem Wasser) und ausserdem hatte ich ein wenig Sorge um mein Gepaeck, ob es denn genauso planmaessig ankommtwie ich….. Frueh um sieben, total verpennt und durchgeschwitzt den Hafen gluecklich, weil mit Rucksack, verlassen, und frohen Mutes den Bahnhof gesucht. Wollte ja schlieslich ein Ticket nach Tucuman kaufen, was ich allerdings nicht wusste, das Buenos Aires vier bahnhoefe hat, die zwar alle dicht beieinander liegen, aber in einer 2,5mio Stadt ist dicht beieinander ein relativer Begriff……, noch dazu wenn schon frueh die Temperatur und Luftfeuchte dergestalt ist das es mir ein wenig unangenehm war mit Rucksack durch die Straßen zu schlendern, beim Geld abheben habe ich gemerkt das die hier in Argentinien ziemlich geizig sind am Geldomaten ( cajero automatico) und nur umgerechnet 70 Euro pro Tag rausruecken….., also ab ins beste Hotel am Platze ( Waldorf) die Karte gezueckt und mit reichlich Baren eingedeckt. Denn auf dem Lande soll die Infrastruktur wohl nicht so gut sein was Geldomaten angeht….
Als dieses geklaert war begann meine Odysee (wie wird das geschrieben?) durch die Bahnhoefe und deren Verkaufsschalter, nach zwei Stunden hatte ich rausgefunden wo ich mein Ticket kaufen kann -und tat dies auch, fix noch Essen und Co gebunkert , denn die Fahrt sollte ja schlieslich ziemlich lange gehen, auf den Bahnhof geeilt und was muss ich sehen ? der Bahnsteig verriegelt und verrammelt, auf nachfragen (ich und mein Spanisch…, aber mit Laecheln, Hartnaeckigkeit, Zeige und Woerterbuch gehts immer irgendwie) zeigte man auf das Datum meines Tickets , was der 30.3 war, so´n Scheiss , scheiss Scheiss….also zurueck zum Schalter , wo man mir erklaerte eher ist kein platz frei , und ausserdem faehrt dieser Zug ja eh bloß Montags und Freitags, tja wenn man nicht an alles denkt… wieder was gelernt. Ticket zurueckgegeben (was hier relativ problemlos geht) und gefragt welcher Zug denn heute noch in die Richtung faehrt die mir genehm ist. Nur einer , und auch nur bis Rosario… na was soll´s ist ein Anfang dachte ich mir, erst mal haben und ein Stueck weg sein. Da der Zug aber erst um 18 uhr faehrt hatte ich noch eine menge Zeit, also ab ins Kaffee und erst mal nachdenken, relaxen und einen neuen Plan machen, dabei fiel mir auf ich muesste mal ganz dringend duschen oder so. Aber die Toilletten hier sind nicht wirklich als solche zu bezeichnen, und Duschen gibts hier auf den Bahnhoefen gleich gar keine.Erst mal in eine Ecke stellen und gucken, dachte ich so bei mir, Zeit hab ich ja genug, gesagt getan und beobachtet…
Nicht lange, da fiel mir ein typ unbestimmbaren Alters ins Auge der in aller Seelenruhe dasaß neben seinem Gepaeck und Ketten flocht, ich dachte mir Fragen kostet nix und bei den Leuten auf der Straße sitzt das Herz meisst auf dem rechten Fleck. Und jawoll! Recht gehabt, auf meine Zeichensprache hin verstand er mich und forderte mich auf mitzukommen, ein wenig unsicher ob ich folgen sollte dachte ich mir: vertrau einfach mal, und es war recht getan. Nach 200 metern und drei Ecken landeten wir in einer Markthalle wo es einen Duschraum fuer alle die gibt die keine Dusche haben (Trucker, Straßenhaendler, Penner,Drogenkids etc) fuer 4 Peso was ungefaehr 75 cent sind abgeduscht und umgezogen, anschliesend Dario Fernando Laso ( sein kompletter Name) zum Essen eingeladen, und es hat sich echt gelohnt fuer mich, nicht weil es billig war, sondern weil wir eine wirklich gute Zeit miteinander hatten. Gut gegessen und getrunken, ein wenig geschwaetzt und sich einfach wohlgefuehlt. Da bewahrheitet sich wieder mal was ich schon immer vermutet habe (oder zum teil schon gewusst) : Die die untensind, sind die ehrlichsten und meisst besten Vertreter der Gattung Mensch….mehr gibts erst mal nicht zu schreiben, außer das dies dank Dario mein bisher schoenster Tag auf Reisen war.



Mal sehen wie es weitergeht, ehrlich gesagt weiss ich es selber noch nicht, denn all die schoenen Plaene sind erst mal uebern Haufen geworfen, ich koennte mich zwar auch in den Bus setzen und bis nach Bolivien durchfahren, aber wer will schon zwei Tage lang im Bus sitzen? Nee nee nee, erstens hab ich Zeit, zweitens will ich was sehen, und drittens kann man im Bus weder pennen noch rauchen…(und duschen gleich gar nicht, und bei dem Klima hier ist das ziemlich assi, weiss nicht ob ich da ueberempfindlich bin, aber wenn´s ueberall klebt faellt´s mir schwer mich wohlzufuehlen…. Ps: Danke fuer die Kommentare, da hat man nicht so das Gefuehl ins leere zu schreiben, und an alle die auf eine Postkarte warten: geschrieben sind sie teilweisse schon, aber hier eine Post zu finden ist echt schwierig, und ewig lange suchen hab ich auch nie Lust…., also habe ich beschlossen sie erst abzuschicken wenn mir eine Post ohne groeßere Muehe ueber den Weg laeuft…..
März 12, 2009 – Donnerstag
8 stunden Bummelzug
Ola Amigos und Amigosinen
Aus geplanten 6 Stunden wurden 8, aber was solls, Zeit habe ich ja, das einzige was mir Sorgen machte war die spaete (oder fruehe ) Ankunftszeit frueh um zwei und natuerlich noch keinen Platz zum schlafen….
Mit dem Zug zu fahren war trotzdem die beste Entscheidung die ich treffen konnte, denn man hat wesentlich mehr Platz um sich und sein Gepaeck auszubreiten und nebenbei noch ein kleines Festmahl abzuhalten, hat sich einfach so ergeben, einer fing an auszupacken und die anderen legten dazu, und auf einmal sitzen 5 Menschen umeinander und lassen es sich bei Cerveza und Schinkenbroten wohlergehen …
Da in meinem Reisefuehrer Rosario noch nicht mal erwaehnt ist, ausser als Punkt auf der Landkarte, hatte ich ja keine Ahnung was mich erwartet. Der einzige Trost den ich hatte war die Versicherung meiner Mitreisenden das es genug Hotels, Pensionen und Hostels gaebe die auch noch zu so nachtschlafener Zeit Reisende aufnehemen….. Als der Zug aber ca eine stunde lang mit Bummeltempo durch die Vororte von Rosario fuhr, die man ohne zu uebertreiben als Slums bezeichnen kann (da sieht man mal wie heftig Argentinien in den letzten Jahren gebeutelt und geschuettelt wurde) fing ich doch an mir wieder verstaerkt Sorgen zu machen, und als ich dann ausstieg und der Bahnhof samt Vorplatz voellig menschenleer und trostlos vor mir lag war meine einziger Trost Isabell (englisch Lehrerin), die mir versicherte ein gutes preiswertes Hotel zu kennen und es mir zu zeigen. Da sie eh in der selben Ecke wohne waere es kein Problem fuer sie. Als wir so die Straßen langschritten fragte ich mich insgeheim wer beschuetzt hier wen? Eigentlich sollte ja der Mann die Frau sicher geleiten, aber diesmal war es wohl umgedreht….
ja es gibt sie noch
die alten Maenner, mit grauen Haaren und wohlgepflegtem Bart, die sich
keine Stoepsel ins Ohr stecken, sondern sich altbewaehrt ein
Transistorradio ans Ohr halten …,welch vertrauter Anblick, diese
Selbstverstaendlichkeit und Ruhe mit der dies geschieht, oeder wirkt es
auf mich nur so weil es ein allzu vertrautes Bild aus fernen
Kindertagen ist?
Rosario
Wirklich eine Schande das diese Stadt in keinem Reisefuehrer erwaehnt wird, schon der Groeße wegen haette sie es verdient, aber auch so….. Denn es ist aeusserst angenehm durch die Stadt zu schlendern und einfach nur zu schauen, den Fluß, den Hafen, die Altstadt, die Parks, die Museen……und das Klima ist auch recht angenehm, genau wie die Menschen, zwar spricht hier so gut wie gar niemand mehr englisch, aber was solls , geht auch so ganz gut…. Ps: Che Guevara wurde hier geboren








März 14, 2009 – Samstag
18 Stunden quer durchs Land
War ne heftige Tour nach Tucuman(übrigens die Heimtstadt von Mercedes Sosa), aber jetzt bin ich da und platt, erstens vom Zug fahren und zweitens von dam was ich hier sehe……. Man koennt sich fast davon erschlagen lassen, darum spaeter mehr… erst mal ankommen und sickern lassen, kann sein das es jetzt erst mal paar Tage nix von mir zu lesen gibt, weil in den Doerfern in die ich jetzt gehe gibt es meisst kein Internet, da kein Strom also bis in Baelde…




März 18, 2009 – Mittwoch
Amaicha del Valle (5000 Einwohner verstreut in der Gegend)
Schon die Hinfahrt war ein Traum, durch die Berge, gleich am Anfang Urwald (bis in eine hoehe von ca 1500 meter). Dann nur noch Hochsteppe, Wueste und Kakteen. Als ich hier ankam dachte ich erst: nein, steige sofort in den naechsten Bus, wann auch immer der kommen mag…., aber dann doch einem Typ hinterhergeschlichen der mich erst ganz schoen abgenervt hat, weil ich noch nicht mal aus dem Bus raus war und er schon fragte : Hostel? Hostel?
Als “Colo the red”, sein Spitzname hier, (den er ist der einzige weitund breit mit roten Haaren) die Nacht 20 peso mit Fruehstueck und Abendessen aufrief, war das dann doch ein Argument. Die Landschaft sehr karg, aber ueberraschenderweisse im Dorf doch angenehm viel Gruen, das Hostel selber ist wieder mal ein absoluter Gluecksgriff, fuer deutsche Verhaeltnisse voll assi, aber die Leute sind genau meins…20 minuten spaeter als ich trudelten auch noch vier Argentinierinnen und ein argentinier im hostel ein (Juli, Val, Pam, Flor und Leo ). Von den Maedchen (Juli) sas eine auf der Herfahrt ab halber Strecke neben mir (sind am Gebirgssee zugestiegen) und ich musste sie bitten ihre Scheissmucke die aus dem Telefon plaerrte auszumachen , (denn der Latinofolk vom Busfahrer gefiel mir doch etwas besser), was sie dann auch mit einem erschrockenen Blick tat. Gegen 18 Uhr sind wir dann alle unter ortskundiger Fuehrung losgelaufen Richtung Gebirgsfluß, (Bach) waren baden und hatten ne menge zu schauen und zu gucken…..Kakteen , Berge , uralte Wasserfuehrungen etc…







Zusammen mit “Colo the Red”, el Doctor (ist wirklich der Dorfdoktor) Tito (auch ein Mitarbeiter des Hostels) und den anderen einen entspannten abend gehabt bei Fernet-coke, gutem Essen und Musik. El Doctor und Juli tanzten dann noch fuer uns eine Variante des Tangos (hab den Namen vergessen , oder besser gesagt mir nicht aufgeschrieben). Ja und irgendwann wars dann auch um zwei oder so…


Am naechsten Tag dann auf dem Weg zu einem Museum( was sich uebrigens mehr als Ansammlung von irgendwas rausstellte) eine herrliche Holzskulptur bewundert, hatte mich schon gewundert das es in diesem Ort hier eine ” Avenida Ludwig Schumacher” gibt…… alles was ich dazu erfahren konnte hier nun in aller gebotenen Kuerze :
Irgendwann 1995 tauchte Ludwig Schumacher in Amaicha del Valle auf (genauere Zeitangaben waren den Leuten hier nicht zu entlocken) ohne Spanischkenntnisse, ohne Quartier e.t.c. Wie er spaeter den Leuten erzaehlte hat er von diesem Ort getraeumt, genauso wie in seiner ersten Nacht hier von dem Baum, aus dem er die Skulptur herausarbeiten wuerde, also ist er naechsten Tag los , hat den Baum gefunden (war schon vom Fluß entwurzelt) und hat einfach angefangen zu arbeiten, ohne Erklaerung warum, wieso, weshalb, nach und nach gesellten sich immer mehr Leute dazu, sasen rum tranken Matetee, schwatzten und verstanden nicht was der “Alleman” da ueberhaubt treibt, sie sahen nur das er etwas schnitzt und ab und zu ein Vogel auf seiner Schulter sas (die Leute sagen heute noch er hatte eine Verbindung zu dem was sie hier Pachamama nennen). Waehrend dieser Zeit wuchs den Leuten der Alleman irgendwie ans Herz und sie versorgten ihn mit allem was er brauchte, Werkzeuge schaerfen, Matetee, essen, trinken, Schlafplatz. Als er nach 7 Monaten seine Arbeit beendet hatte fuhr er einfach wieder weg. Nach Recherchen im Netz und dank Silles Hilfe in der heimat weiss ich mittlerweile das er auch in Deutschland in einem kleinen Ort dasselbe tat, ebenso an anderen Orten der Welt, als Symbol fuer Frieden und Versoehnung zwischen den Menschen, krasse Sache irgendwie.
Wie mir Estepan, der dem Alleman waehrend der 7 Monate geholfen hat (wohl hauptsaechlich weil er ein wenig deutsch kann, denn er war als Kind mit seinem Vater fuer ein jahr in Deutschland und hat da natuerlich die Schule besucht) erzaehlte, haben viele Leute hier geweint als der Bus mit dem Alleman abfuhr. Wenn man weiss das Amaicha del Valle in der Gegend liegt in der die letzten noch freien Indios von den Spaniern plattgemacht oder versklavt wurden (google earth/ Ruinen von Quilmes) kann man verstehen , wenn man die Skulptur gesehen und ein wenig verstanden hat….









Einige wenige zur Zwangsarbeit verdammten Indios schafften es damals durch Verhandlungen in ihre alte Heimat nach Amaicha del Valle zurueckzukehren und hier zu leben (mehr oder weniger). als Ergebniss wird heute Amaicha del Valle von 2 Verwaltungen regiert, von der Argentinischen und einer indianischen regionalen Selbstverwaltung, (das letzte Land ging in den siebzigern wieder in Besitz der Indios ueber) was zur Folge hat das hier niemand Land kaufen kann, sondern nur pachten auf bestimmte Zeit. Man kann sagen die Leute hier haben wirklich aus ihrer Vergangenheit gelernt, denn die großen Tourismussketten und Rohstoffkonzerne (Gold, Silber, Erze, Quartze etc) hatten schon gierig ihre Finger ausgestreckt. In den 90ern gab es auch einen ziemlich heftigen Streit zwischen der arg. und er indianischen Verwaltung, denn in dieser Gegend ist die indigene Kultur trotz Zwangskatholisierung noch sehr praesent und lebendig ( im rest von Argentinien wurden die Indios einfach radikal abgeschlachtet, und wo keine Indios da auch keine indigene Kultur) und jedes Jahr im Februar (Erntezeit) wird das Fest fuer Pachamama (Mutter Erde) gefeiert, der Verwalter hatte natuerlich nix besseres zu tun als eine Unmenge Touris herzuholen und das Fest als Folklore zu vermarkten und sich schwer die Taschen zu fuellen, aber mittlerweile ist auch das besser geloest …..
Die Menschen hier haben mittlerweile rund um die Statue ihren Platz fuer private Feiern aller Art(Geb. und so….) errichtet, ein Dach ueber der Statue installiert und es stehen jeden Tag frische Blumen davor, und ein mittlerweile alter Mann aus dem Dorf (die Menschen hier altern doch merklich schneller als im zivilisierten Chemnitz) hat einen wunderschoenen blumengarten angelegt, schade das ihr das alles erst sehen koennt wenn ich wieder da bin) dieser platz ist interresanterweisse auch nicht im Plan vom Dorf den ich mir in der Infostelle besorgt habe verzeichnet und wird auch sonst nicht touristisch vermarktet ( am Eingangstor haengt ein fettes Schloss, aber zum Glueck nicht fuer mich und außerdem ist um die Ecke ein altes Holztor was keins mehr ist).
Abends oder besser gesagt Nachts gabs dann noch ne richtig gute Party im Hostel, ca 30 Leute aus dem Dorf waren da, mit fettem Barbeque, hier Asado genannt (nen 10er pro Person, eigentlich ein Witz, 100 peso sind ungefaehr 20 eu) Wein, Fernetbranca+Cola, Bier,Eigenanbau und Livemugge, mit Gitarre, Trommel und Adrian dem Saenger,war ne feine Mischung aus traditioneller Musik, Folk und Blues, zu fortgeschrittener Stunde gesellten sich noch Mundharmonika und Tanz dazu, die 6 Kanadier die abends noch mit dem Fahrrad eintrudelten hatten glaube ich auch ihren Spaß, aber im Gegensatz zu mir sind die heute frueh einfach aufgestanden haben Krach gemacht die Saecke (und Saeckinnen) und sindweiter mit dem Fahrrad Richtung Tucuman…bei mir ging heute frueh oder besser gesagt bis zum spaeten Mittag nicht wirklich viel…….grinz So noch was anderes : war gerade in der “Pharmazia” um mir einen neuen Stift zu kaufen (der alte war wohl etwas ueberfordert) und ich denke ich hoere nicht recht: klingen doch die Doors aus den Boxen und dem Ladenehepaar (so ca 50 vielleicht) scheints durchaus zu gefallen, wirkte irgendwie etwas irreal auf mich diese Szene, aber nicht unschoen



18.03.09 der letzte Tag in Amaicha del Valle oder Abschied tut weh
Um mir ein wenig die Zeit zu vertreiben habe ich mich in Ninas Bar
(gehoert nicht wirklich ihr) niedergelassen und beginne den Tag mit schlechtem weil zu duennem Kaffee und Rotwein,natuerlich nutze ich es aus das ich so frueh am Morgen der einzige Gast bin und quetsche sie ein wenig aus….
Sie hat Philosophie studiert mit Diplom und allem drum und dran, spricht logischerweise Spanisch, ein gutes Englisch und ein nicht ganz so gutes Franzoesisch
, aber wie hier in der Gegend ueblich muss sie artfremd arbeiten und jobt hier saisonal fuer wenig Geld, und wie sie spricht gibt es in Argentienien eine menge Studierte Leute fuer die es sehr schwer ist einen entsprechenden Job zu finden , also will sie naechstes Jahr nach Brasilien , portugiesisch lernen und dann mal weitersehen. Abgesehen davon ist Ninas Bar wirklich ein guter Platz um seine Zeit zu verbummeln. Mittlerweile ist es 14 Uhr und ich troedele (ich habe mich dem ortsueblichen Tempo ziemlich schnell angepasst, grinz) Richtung Hostel und kaufe nebenbei noch paar ordentliche Batzen Fleisch ein fuers Abendessen,noch nicht wissend das dies mein Abschiedsessen werden wird, denn nachmittags trafen neue Gaeste ein und gegen Abend hatte ich das unbestimmte Gefuehl es ist Zeit weiterzuziehen….
Am naechsten Tag wollten wir eigentlich alle punkt zwoelf ( was hier ueberhaupt nichts bedeutet) die Ruinen von Quilmes besuchen, außer Mariam die auch am Vortag eingetrudelt war und mit der ich eine gute Zeit hatte am Abend bei Rotwein und gebrochenem englisch,sie wollte weiter nach Cafayate… Da dachte ich mir jetzt oder nie sonst kommst du hier nimmermehr weg, denn der Ort und seine Menschen sind mir in der kurzen zeit ins Herz gewachsen Ich war uebrigens auch der einzige Touri der laenger als eine Nacht geblieben ist, fuer die meissten ist Amaicha nur eine Durchgangsstation ( waere es fuer mich ja eigentlich auch gewesen) also fix den Plan geaendert, Sachen gepackt und ab in den Bus , natuerlich nicht ohne vorher noch ein lecker Mittagsmahl zu genießen bei dem mir Mariam die regionale Kueche naeherbrachte, und ich muss sagen die Humidas und Empanadas sind wirklich gut….


Cafayate, 19.03.09
Das einzig erwaehnenswerte an diesem Ort fuer mich ist die Faehigkeit seiner Bewohner den Touris das Geld aus der Tasche zu ziehen, die große katholische Kirche, reich und schoen. Erbaut mit dem Schweiss und Blut der Indios, und die traurigen Maenner die schon nachmittags betrunken durch ihren Heimatort torkeln. Abgesehen von dem guten Hostel also Schrott,will aber fairerweisse doch noch erwaehnen das Cafayate das Zentrum einer Weinregion ist und der Wein, abgesehen davon das er viel zu teuer an die Touris verscherbelt wird, sueffig und gut ist. Als ich mit Mariam gerade in einem Lokal war wo normalerweisse nur Einheimische ihr Bier und oder Wein genießen (Tip von der Hostelmama) und demzufolge der Wein billig war und reichlich durch unsere Kehlen strömte, lief uns Adrian der Saenger aus Amaicha ueber den Weg
und lud uns in die Bar ein in der er in der Nacht singen wuerde, naja den Rest koennt ihr euch denken….
auf der Durchreise (Salta, San Salvador de Jujuy, Burmamarca)
Einigermasen versoehnt mit Cafayate brachen wir am naechsten Tag (20.03.09) mit einem “Collectivo” (Kleinbus der faehrt wenn genug Leute mitfahren) zu zweit auf nach Salta, was laut Reisefuehrer eine sehenswerte Stadt sein soll, aber denkste, groß, laut und dreckig…. 16.30 uhr auf dem zentralen Busplatz angekommen und kaum ausgestiegen hoerte ich ein lautes UHV!(fuer die Argentinier ist mein Name irgendwie nicht aussprechbar) und wer stand vor mir? Die 4 Maedels und Leo, die ich in Amaicha (15.03) kennengelernt habe.






Da Mariams Ziel leider Humamarca, und meins wie es der Zufall will, auch der anderen Burmamarca war, trennten sich Mariams und meine Wege (aber da sie in Monte Video lebt werden wir uns noch mal wiedersehen bevor ich von Monte aus heimfliege , wenn ich denn heimfliege….)
Fix mit Hilfe der fuenf noch ein Ticket nach San Salvador de Jujuy gekauft (warum soll ich die Ticketverkaeufer quaelen mit meinem Spanisch) was im Normalfall nicht ganz einfach fuer mich ist, denn es gibt hier in Argentinien ungefaehr soviele verschiedene Busfirmen wie bei uns Taxis, und jede Firma hat ihre eigenen Ziele und eigenen Ticketschalter….. Leicht angeschwitzt und muede nach einem langen Tag in verschiedenen Busen 20.30 Uhr Ankunft in San Salvador de Jujuyu, eine Stadt mit großen sozialen Problemen wie mir berichtet wurde, und ich auf dem Busplatz auch gleich sehen und fuehlen konnte, denn fuer vieleBolivianer ist sie der erste Fluchtpunkt auf ihrem Weg in ein vielleicht besserers Leben in Argentinien….Portemonnaie und Pass auf Draengen meiner 5 Begleiter extra sicher verwahrt und 21.30 Uhr weitergefahren nach Burmamarca (2165m ueber N.N) wo wir 23 Uhr angekommen sind, ausgestiegen und: Ruhe, kein Getoeße und Gewimmel, einfach nur Ruhe ( was auch verstaendlich ist bei geschaetzten 500 Einwohnern und ca 150 Touris), ein Hostel gesucht und gefunden, Gepaeck abgeworfen und ab in eine Kneipe aus der Musik zu hoeren war. Neben einem guten Nachtmahl auch noch fette Livemugge gehabt und gleich eine Cd gekauft……



März 23, 2009 – Montag
Burmamarca 2165m ueber N.N, the “Sevencolours Stone”, eine verlorene Socke und ein Salzsee…
Nach der endgueltigen Einkehr im Hostel habe ich wie ueblich meine Schuhe und Socken auf dem Fensterbrett plaziert (Insider wissen warum) und irgendeiner von den zahlreichen freilaufenden Hunden hat wohl gefallen an einer meiner Socken gefunden, was logischerweisse zur Folge hatte das am naechsten Morgen nur noch eine aufzufinden war, aber immer noch besser als wenn es einer meiner Schuhe gewesen waere….






Burmamarca selber ist ein alter Rastplatz des Inkapfades auf dem Weg nach Bolivien und weiter gen Norden und nicht besonders groß, aber als ich morgens aus dem Fenster schaute sah ich direkt vor mir die in allen Reisefuehrern angepriesenen bunten Felsen, die Farben kommen von den unterschiedlichen Schichten an Mineralien (naehere Einzelheiten zur Erdgeschichte siehe Wikipedia…). Und es ist fuer den ersten Moment ein sehr sureales Erlebnis wenn man die Felsen in den verschiedensten Farben von Rot ueber Gruen bis Schwarz leuchten sieht, und bei Sonnenaufgang (ca 7,45uhr) sind die Farben besonders intensiv…. Gegen Mittag machten wir uns (die 4 Maedels und ich, Leo wollte einen Felsen besteigen) mit einer Remise (ein Privatwagen und anders als beim Taxi und dem Collectivo ist der Preis Verhandlungsache) auf zum Great Saltlake (den richtigen Namen habe ich leider nicht in meinen Notizen) Fuer 40 Peso pro Person ging es ueber die Berge anderthalb Stunden hin, eine Stunde Aufenthalt und anderthalb Stunden zurueck, fuer mich als Europaeer wirklich preiswert.
Schon auf dem Weg dahin verging mir jede Lust auf Kommunikation denn ich hatte soviel zu schauen….
Der Pass den wir auf dem Weg dahin passierten hat eine ungefaehre Hoehe von 3300- 3500m , genauere Angaben kann ich leider ohne Recherche auf die ich keine Lust habe nicht finden… Und angekommen kam aus meinem trockenen Hals nur ein leises: boah ey, es ist unglaublich wie weit man in einer Hoehe von 3000m schauen kann, in ca 100 ? km Entfernung die Grenze zu Chile….
Ein Rundumblick inklusive Wolken und schneebedeckter Berge der eigentlich nicht zu beschreiben ist, die weissglaenzende Oberflaeche des bis an den Horizont reichenden Salzsees, und der in dieser Hoehe unglaublich blaue Himmel….
Mitten durch den Salzsee fuehrt schnurgerade eine Straße, und vom ersten Moment an dem man ein sich naeherndes Fahrzeug sieht bis zu dessen vorbeifahrt vergehen ungefaehr 8 bis 10 min. Und dabei fahren die nicht die vorgeschriebenen 90km/h, sondern genau wie wir mindestens 130 km/h….








März 29, 2009
in Kurzform
Tach auch an alle,Heute nur ein kurzer Bericht, bin zu muede (ist 1 Uhr morgens und ich sas den ganzen Tag im Bus), morgen gehts weiter nach Mendoza und von dort zuegig Richtung Vina del Mar in Chile, will wieder mal bissel Meer sehen…. Die letzten Tage habe ich mich in Tilcara, Humahuaca, la Quica (Grenze zu Bolivien) Yovi (zu klein fuer jede Karte) und wieder Humauaca, Salta, Cafayate, Amaicha del Valle (ein Tag zum Waesche waschen , und ein Tag zum relaxen) Tucuman rumgetrieben, aktuell Cordoba, ich kann nur sagen die Entfernungen und die Groesse des Kontinents sind wahrhaft gewoehnungsbeduerftig. Es gibt soviel zu erzaehlen…….., also reinschauen lohnt sich die naechsten Tage wieder.
Weitere Infos und Bilder: http://hm26.de/2009/03/
weiter gen Norden
Am 22.03.09 ging es zuegig weiter gen Norden, 1.Station war Tilcara (2461 ue.N.N.) gelegen mitten in einem Talkessel der von einem Fluss durchquert wird(sonst haette sich da wohl wahrscheinlich auch niemand niedergelassen) und ringsumher nur Wueste , Kakteen und die schon bekannten bunten Berge.




Tilcara ist ein regionaler Anziehungspunkt fuer Kuenstler aller Art, dies merkt man auch gleich wenn man durch die Gassen schlendert und die zahlreichen Galerien besucht, gleichzeitig gibt·s ein buntes Angebot von hier ueblicher Kleidung (Ponchos, Decken ,Huete etc.) und schnick schnack (fuer Touris wie mich) auf dem oertlichen Marktplatz, wer jetzt aber auf Mitbringsel spekuliert den muss ich enttaeuschen, denn ich hab nur einen Rucksack, und der ist voll. Was die Preise angeht muss ich sagen unterstes Level, und die Qualitaet ist durchaus als aeusserst hochwertig zu bezeichnen. Nach meiner ersten im freien verbrachten Nacht (hier gabs zwar Hotels, aber eben keine Hostels und dementsprechend teuer) und zu 6. in einem Zelt, was zwar fuer 8 mann ausgelegt ist aber in der Realitaet fuer fuenf schon als eng zu bezeichnen ist, noch dazu wenn vier davon Frauen sind, hatte ich echt keine Lust, denn erstens pupse ich gerne nachts, zweitens wollte ich meinen Schlafsack eh mal abtesten, und drittens wollt ich auch mal den Sternenhimmel geniesen…. Und ich kann euch sagen in dieser Hoehe ist die Luft noch mal nen Zacken klarer nachts und dememtsprechend deutlich die Milchstrasse zu sehen) ging es nach einem ausgiebigen Fruehstueck

(ich hatte seit langem wieder mal nen guten starken Kaffee (hatte am Vorabend einen Laden gefunden der tatsaechlich eine gute kolumbianische Bohne im Angebot hatte, und meine Begleiter brauten sich wie ueblich ihren Mate Tee). Gegen 12 auf zum eigentlichen Ort meines Interesses,den archaeologischen Ausgrabungen von Tilcara, den praeinkaischen Ruinen, natuerlich wiederentdeckt und ausgegraben von einem deutschen, wenn ich mich recht erinnere um 1910…, wieder aufgebaut und zugaenglich gemacht bekommt man eine ungefaehre Ahnung vom leben vor 1400 n.Chr.
In das Gelaende integriert ist ein botanischer Garten mit den hier ansaessigen Pflanzen, gleichzeitig kann man sehr gut sehen wie in frueheren Zeiten der Boden nutzbar gemacht wurde und die Agrokultur funktionierte. Viel hat sich seit dem nicht daran geaendert, die Landschaft laesst sich halt nicht ueberall vom Menschen vergewaltigen… Danach Zelt abbauen, zum Busplatz, Tickets gekauft und weiter gings.





Ein paar Stunden spaeter in Humahuaca (2939m ue.N.N) angekommen erstmal ratlos vom Busplatz in eine schattige Seitengasse getrottet und Leo losgeschickt um ein Hostel zu suchen, denn den Maedels (und auch mir) stand der Sinn nach einer guten Dusche und nem schoenen Bett fuer die Nacht, eine halbe Stunde spaeter kam Leo mit einem breiten Grinsen zurueck, denn er hatte gleich um die Ecke eine Privatunterkunft gefunden wo in einem Zimmer genau 6 Betten standen, und das zu einem sehr guten Preis, aber irgendwie war Veraenderung in der Luft. 2 von den 4 Maedels waren nicht so gluecklich mit dem Travellerleben (ich halt ja sonst nix von Vorurteilen, aber eine hat gerade ihre Lehre als Friseuse fertig und die andere will Taenzerin werden ohne die Figur und die Ausdauer dafuer zu haben). Sie waren halt zu sehr an das Leben in Buenos Aires gewoehnt und Leo wie auch ich hatten beide das Gefuehl es wird langsam Zeit das jeder wieder seine eigenen Wege geht…(schlieslich hatte uns der Zufall zusammengewuerfelt, zumindest was Leo und mich betraf, die Maedels waren von Anfang an zu viert unterwegs…).
Nachdem wir uns eingerichtet hatten, geduscht und gekaemmt waren,

beschlossen Leo und ich einen Maennerabend einzulegen und zu gucken wo uns die naechsten Tage hintreiben koennten….



Die Maedels taten es uns gleich und so trennten sich unsere Wege fuer ein paar stunden. In einer kleinen aber feinen Kneipe gleich ums Eck hab ich mit Leo ein ausgiebiges Abendmahl eingenommen (das erste mal Lama, yam yam) und zwei Bratschen und Gitarrespielern gelauscht, da fuer Leo schon feststand wo ihn der Wind die naechsten drei Monate hinfuehrt (oder solange sein Geld reicht), hatte ich ausreichend Gelegenheit mein Englisch zu bemuehen und soviel wie moeglich Infos ueber den suedlichen Teil Suedamerikas aus ihm herauszuholen, was auch nicht besonders schwer war, denn die meißten Ecken hatte er schon selber bereist….und so langsam verdichtete sich die grobe Richtung meines Unterwegssein´s fuer die naechsten Wochen. Gegen 24 Uhr zurueck im Quartier empfingen uns vier ueberaus gutgelaunte Maedels, den Jul und Pam hatten beschlossen am naechsten Tag nach Buenos Aires zurueckzufahren…… Was Leo und mich zu der spontanen Entscheidung fuehrte uns doch noch nicht in alle Winde zu zerstreuen, sondern den naechsten Tag als 4er Gruppe weiter gen Norden zu ziehen.
Bolivien und ich darf nicht
24.03.09
In aller fruehe (um 9.00 Uhr) aufgestanden und um 10.00 Uhr zum Busbahnhof geschlendert, Jul und Pam verabschiedet und um 10.30 Uhr zu viert in den Bus Richtung La Quiaca gestiegen und erst einmal ein paar Stunden durchschaukeln lassen.
La Quiaca (3442m.ue.N.N) ist eine Grenzstadt zu Bolivien (und eine der wichtigeren Transitorte fuer Bolivianer) und aeusserst trostlos und voller Armut, wie man sie in Deutschland nur aus dritte Weltfilmen kennt.
Aber wenn ich schon nicht nach Bolivien kann (denn Dengue-Epedemie, Gelbfieber, soziale Unruhen und eine Reisewarnung vom Auswaertigen Amt sind fuer mich genuegend Gruende mal vernuenftig zu sein) wollt ich die Grenze wenigstens einmal gesehen haben, wenn ich mir schon keinen Stempel im Pass abholen kann. Abgesehen davon war dies die Stadt wo sich am naechsten Tag die Wege von Leo, die meinen und der nun nur noch 2 Maedels trennen wuerden….






Paradies 1
Aktuelle Stimmung: abenteuerlustig
(immer noch der 24.03.09) Als Abschiedsgeschenk entfuehrte uns Leo (moechte mal wissen welcher Wind ihm von dem Ort gefluestert hat)mit Hilfe eines voellig ueberladenen Taxis, ein mindestens 25 Jahre alter Peugeot 504, 1 Fahrer, 4 Reisende inkl.Gepaeck und eine Frau aus dem Nachbardorf, nach Yavi, ein Ort zu klein fuer jede Karte. Nach ca 45 min. Fahrt ueber gar nicht allzu schlechte Wege angekommen dachte ich so bei mir : hier muessen sie den Western “Spiel mir das Lied vom Tod” gedreht haben.Die Straße leer,die Haeuser aus Lehm, die Daecher ebenso, wuest, leer, heiss und sonst nichts, ausser Wolken zum anfassen so nah. 15 min. spaeter die erste Ueberraschung: eine Unterkunft , so selten wie schoen, buenissimo hoch 3.










Nach dem Besuch des oertlichen Kraemerladens, anschliessender raubtierhafter Pluenderung unserer Einkaeufe (wir hatten das letzte mal um 9.00 uhr gegessen und mittlerweile war es 15.30 uhr) machte sich eine zufriedene Faulheit in unseren Koerpern breit. Aber nix wars mit Siesta in 3500m ue.N.N. (3501 ue.N.N. ich hatte die obere Etage des Hochbettes), auf gings einem Trampelpfad folgend in die Hochwueste, nach ca 10 min. standen wir vor einem kleinen Tal, und ungelogen rings um nur wuestes Land, und wir schauten hinab in dieses unbeschreibliche ….
Da fehlten mir wieder mal die Worte, und ein kleines grosses Gefuehl der Glueckseligkeit krabbelte durch meinen Bauch direkt in meine Augen und lies eine Traene frei…. Also hinabgeklettert,einen kleinen Felsen gesucht, gerade groß genug fuer mich allein zum sitzen,raufgekrappelt und den Rest des Tages nichts anderes gemacht als geschaut (darum auch nicht mehr Fotos von diesem Ort).
Der Kontrast zwischen der trostlosen Leere der Landschaft der vergangenen Tage und diesem gruenen Ort der Glueckseligkeit koennte nicht groesser sein…. Aber alles hat einmal ein Ende, und nach Sonnenuntergang fanden wir 4 uns wieder, jeder fuer sich noch sprachlos, im Quartier vereint, und der Tag fand ein wuerdiges Ende mit Cerveca Negra (Schwarzbier) Fernet/Cola ( aber nicht allzuviel) und Spaghetti
25.03.09
Fruehum 6.00 Uhr aufstehen nach einer viel zu kurzen Nacht, und ohne Licht (da Stromausfall) stoert mich ueberhaubt nicht (in Chemnitz sieht das ganz anders aus), denn erstens hab ich meine Hirnbirn, und zweitens habe ich bemerkt das ich auf Reisen mit 4-5 Stunden Schlaf aeusserst gut zurechtkomme (man koennte ja was verpassen, die sitze in den Bussen sind absolut bequem, und in der ersten klasse erst, aber dazu spaeter mehr) der uebliche Morgenkaffee verbunden mit 2-3 Zigaretten und der Tag kann kommen…..
Um 7.00 Uhr stehen wir vier gewaschen und gekaemmt auf schon beschriebener Dorfstrasse und warten auf unser Taxi (Busse finden diesen Ort nicht) 7.45 Uhr , fuer hiesige Verhaeltnisse durchaus puenktlich, ist unser Fahrer samt alten Peugeot auch erwacht und es geht wieder zurueck nach La Quiaca, am Busbahnhof angekommen, die Sachen ausgeladen, 3 Tickets gekauft und zu 4. gewartet, bis um 8.50 Uhr der Bus kam und es Zeit war fuer einen kurzen aber nicht schmerzlosen Abschied von Leo, den der Wind weiter nach Bolivien treibt, good luck my friend…….
Fuer uns nun nur noch drei gings zurueck nach Humahuaca, nach einer nicht gerade gruendlichen (fuer deutsche Verhaeltnisse) Polizeikontrolle des Buses und seiner Insassen, irgendwo im nirgendwo, 12.00 Uhr angekommen. In einer Kneipe um die Ecke gemischten Salat, Pommes, Riesenschnitzel, Spiegelei und Cola inhaliert und 14.15 Uhr weitergefahren nach Salta, wo wir nach einer 2.ten ebenso gruendlichen Polizeikontrolle, (die einzigen die ernsthaft unter die lupe genommen wurden waren die bolivianischen Frauen samt ihrer Kleinkinder, denn viele von ihnen schmuggeln Kokain um zu ueberleben…., ich dagegen mit meinem deutschen Pass haette meinen ganzen Rucksack voll haben koennen und es haette niemanden interressiert….). Um 21.00 uhr in Salta angekommen, und das alltaegliche suchen nach einer guten Penne drohte wieder zu beginnen, doch diesmal lief es ewtas anders , denn aus dem Bus ausgestiegen wurden wir auch schon angesprochen in drei Sprachen,spanisch, englisch und franzoesisch, ob wir ein Hostel fuer die Nacht suchen, der Preis war ok fuer hiesige Verhaeltnise, denn immerhin ist Salta ja eine nicht allzu kleine Stadt, und da es kostenfreien Taxitransfair Zum Hostel gab war die sache schnell in Sack und Tueten, denn unser urspruenglicher Plan weiterzufahren scheiterte an den Fahrplaenen der hiesigen Busgesellschaften…. Und anders als bei meiner ersten Stippvisite von Salta konnte mich diesmal die Stadt durchaus mit ihrem Charme und geschaeftigen Treibendes Nachts auf den Straßen ueberzeugen, was wohl auch ein wenig andem etwas kuehleren Wetter lag, denn es hatte gerade begonnen zu nieseln. Wie herrlich einfach nur dazustehen und betroepfelt zu werden, angekommen im Hostel “el Andaluz” erlauschten meine Ohren auch ziemlich schnell deutsche Klaenge und ich nutzte die Gelegenheit wieder mal etwas mein deutsch zu kultivieren. Nach einem abschließenden Nachtspaziergang zu Mc-Donalds ( jaja ich weiss, aber mir war irgendwie nach lecker Fastfood, und den Maedels stand sowieso immer der Sinn danach) fand auch dieser tag sein gutes Ende.




26.03.09
zurueck nach amaicha
Nach einem etwas stressigen Aufbruch in den Tag, den der Bus fuhr schon um 7.00 Uhr in der fruehe,und um diese Zeit schlafen die meissten Taxifahrer in Salta anscheinend noch, was es nicht gerade einfach machte rechtzeitig am Busplatz anzukommen. Die uebliche Prozedur beim Gepaeck verladen…. Letzte Zigarette vor dem losfahren, einsteigen, Sitzplatz finden (alle tickets werden mit Sitzplatz verkauft), Schuhe ausziehen (thema Schuhe: hab mir jetzt auch paar flip flops zugelegt , eigentlich finde ich die Teile ja zum kotzen aber praktisch sind sie doch irgendwie….) und aus dem Fenster schauen was die Landschaft so zu bieten hat…..



Nach einer weiteren Polizeikontrolle um 11.00 Uhr in Cafayate angekommen sollte es eigentlich direkt weiter nach Amaicha gehen, doch kein Bus, null, nada, niende ….
Nach 2 fuer mich recht vergnueglichen Stunden, denn ich hatte endlich Gelegenheit mein in Tilcara gekauftes Hunde und Katzenfutter (ungefaehr 1 kilogramm Trockenfutter) loszuwerden. Dazu muss ich erwaehnen das Hunde und Katzen hier nicht wirklich ein gutes Leben haben, Kastration und Tierarzt sind hier unbekannte Worte… Und da die Tiere sich selbst ueberlassen sind koennt ihr euch ja vorstellen was da abgeht, man kann es den Leuten auch nicht so recht uebelnehemen. Wenn man selber zu kaempfen hat mit den taeglichen Muehen des Lebens ist eine hungrige Katze oder Hund wahrscheinlich nicht so das was einen hauptsaechlich interessiert…. Fuer mich hingegen ist es nicht gerade leicht zu sehen wie die Tiere leiden, an Krankheit, Hunger, Lieblosigkeit… Daher war es eine große Freude fuer mich ein wenig gutes tun zu koennen, die Huendin mit den durchscheinenden Rippen und ihren 5 Welpen hat es durchaus zu schaetzen gewusst, das Problem war nur fuer die anderen zwei Hunde hat sie nichts uebriggelassen , aber Muetter gehen vor…. An den Gesichtern der vereinzelt vorbeiziehenden Einheimischen konnte ich sehen das sie nicht wirklich verstanden was ich tat. Aber da ich ein Touri bin der Geld in den Ort bringt hatte ich meine Ruhe. Nachdem Val endlich ein ausreichend guenstiges Taxi geordert hatte ging es los in Richtung Heimat, fuer 90 Peso (30 pro Person) 60min Fahrzeit bei straffem Tempo ist fuer hiesige Verhaeltnisse nicht wirklich preiswert, aber fuer mich sind es noch nicht mal 10 eu, und verglichen mit den Preisen in Chemnitz ein kleiner Witz…… In Amaicha angekommen gab es ein großes Hallo und Wiedersehensfreude, mein altes Bett sofort wieder in Beschlag genommen, mit Colo das abendliche Festmahl mit allem was dazugehoert besprochen und erstmal Waesche gewaschen. Natuerlich auf traditionelle Weise mit Hand, Buerste und ner menge Seife, was zwar gut schaeumt aber das anschließende Spuelen nicht unbedingt leichter macht…., (Waschmaschinen sind hier in diesem Dorf noch weitgehend unbekannt. Und wenn bekannt doch so exotisch und teuer das sie niemand hat) anschliesend ein wenig durchs Dorf geschlendert und das oertliche Internetcafe wieder aufgesucht, mit dem einen oder anderen bekannten Cerveca geschluerft und schon war es nach 21 Uhr und Zeit mit den Vorbereitungen fuer´s Festmahl zu beginnen……


ps: so werden hier die Ziegel fuer die Haeuser hergestellt, ne gute
Schlammpampe anruehren, die Pampe in die Form fuellen und ab damit in die Sonne…..
little Paradise 2
27.03.09,
Mit Colo, Tito, den 2 Maedels und einem Mann dessen Name ich leider nicht erinnere. Wie sich aber spaeter zeigte war er ein guter Saenger mit angenehmer Stimme, der im Duett mit Val waehrend des Essens und auch den Rest des Tages unsere Ohren mit Tangomelodien und anderen Liedern beglueckte). 12.00 Uhr in den Regiobus, nach 25 min. Fahrtzeit bedeutete Colo dem Fahrer das es an der Zeit waere den Bus mitten im nirgendwo zu stoppen….
Da mir vor Beginn des Ausfluges gesagt wurde. packe die Badehose ein, Sonnenbrille, Handtuch, gutes Schuhwerk und eine warme Jacke fuer den Fußmarsch am Abend zurueck, fuer den Rest sorgen wir, wusste ich wohl das es irgendwohin geht wo es Wasser gibt. Aber wohin genau ahnte wohl keiner von uns 4en. Nach einem 2stuendigen Fußmarsch durch die gluehende Landschaft, nur unterbrochen von kurzen Pausen in denen uns Tito auf Kleinigkeiten aufmerksam machte, wie versteckt bluehende Pflanzen e.t.c. kamen wir an den fuer mich bisher schoensten Fleck meiner Reise an.


Ein sehr versteckt liegender Platz der in ganz alten Zeiten von den Indios bewohnt wurde und bis vor ca 20-30 Jahren noch bewirtschaftet war, erkennbar an den Ueberresten einer Lehmhuette, in den Felsen einegarbeiteten kleinen runden Mulden , die wie mir Colo erklaerte zu Zeiten der Indios dazu dienten den Mais zu zerkleinern und zu Brei oder Mehl zu verarbeiten.In keiner Karte verzeichnet, nirgends erwaehnt und scheinbar nur sehr wenigen Personen bekannt (denn sonst waere wohl ein so schoener Flecken Erde laengst von Menschen ueberlaufen).
Fuer Essen und Trinken war bestens gesorgt, gegrillt wurde auf einem heißen Stein und Fernet mit Cola wird ganz einfach zubereitet in dem
eine halbvolle Flasche mit gefrorener Cola aufgeschnitten wird, Fernet dazu kippen und fertig. Alkoholfreies war natuerlich auch in ausreichender Menge vorhanden (in dieser Hitze unabdingbar), genauso wie frisches Brot, Zwiebeln, Suessigkeiten und eine Kleinigkeit zum rauchen. Gewuerzt wurde das Fleisch einfach mit frischem Pfeffer der um die Ecke wuchs und Thymian, der dassselbe tat.
Den Rest muessen euch die Bilder erzaehlen , denn ich habe nicht wirklich Lust dazu die passenden Worte zu finden….














Seitdem ich wieder allein unterwegs bin reise ich nur noch im gehobenen Standard denn es macht mir eine Riesengaudi die Gesichter der Busfahrer und Stewards zu sehen wenn ich unbeirrt in Richtung 1. Klasseabteil schlendere und nicht die steile Treppe nach oben erklimme Richtung 2.Klasse. Der zweite Grund ist viel praktischerer Natur, in der 1. Klasse wird Essen serviert (auch wenn die Sandwiches und Suessigkeiten manchmal noch halbgefroren sind). Es gibt Kaffee und Wasser bis zum abwinken und die Toilette ist tatsaechlich benutzbar, die Klimaanlage verrichtet auch wie gewuenscht ihren Dienst ( bei der drueckenden Hitze im Landesinneren ein unschaetzbare Vorteil) und die Sitze, olala, da wuerde jeder Chefsessel in Deutschland vor Neid erblassen…… Da der Preisunterschied bei 10 Stunden Fahrt ca 15 bis 20 Peso betraegt, und wenn man Essen, den Kaffee und die gesparte Zeit fuer das reinigen der durchgeschwitzten Klamotten miteinrechnet kommt man meiner Meinung nach sogar guenstiger, also bin ich zum Luxusschwein geworden und fuehle mich sogar richtig gut dabei…..
28.03.09 bis 30.03.09,S.s.Tucuman/Cordoba/Mendoza/Val Paraiso in einem ritt
Ueber diese Tage gibt es nicht allzuviel zu berichten, außer das ich mich in S.S.Tucuman von den Maedels verabschiedet habe, die wieder nach Buenos Aires sind, denn am Montag beginnt die Uni wieder,

und die meisste Zeit im Bus verbracht habe, nur unterbrochen von einer kurzen Schlafpause in Cordoba ( ich kann nicht pennen im Bus, muss immer gucken…) von wo aus es in aller Herrgottsfruehe weiterging
nach Mendoza. Dort am 29.03.09 um 21.15 Uhr angekommen, hatte ich genuegend Zeit mir auf dem Busbahnhof eine Dusche zu goennen, mich zu rasieren und ne Kleinigkeit zu essen, und schon ging um 22.40 Uhr mein naechster Bus Richtung Chile….. (jeder Reisefuehrer empfiehlt zwar in Cordoba, genauso wie in Mendoza mindestens fuer zwei drei Tage Rast zu machen, denn es gaebe so viele Dinge zu sehen, aber irgendwie hatte ich da keine Boecke drauf, also straffer Durchmarsch….)





Natuerlich wieder quer uebers Gebirge (jeder der auf die Landkarte guckt wird schnell merken, geht gar nicht anders) die Paßueberquerung
lag ungefaehr bei 4100m, wovon ich allerdings nicht viel mitbekommen habe denn es war ja nachts und ziemlich dunkel, das einzige woran man es gemerkt hat waren die ziemlich steilen und engen Serpentinen und die vielen kurzen beleuchteten Tunnel. 1.45 Uhr gabs die Grenzkontrolle mit netten Stempeln im Pass und zweifacher Drogenkontrolle inkl. Gebaeck und Drogenhunden, aber nichtsdestotrotz waren die Chilenischen Zoellner aeusserst freundlich und kein bischen muerrisch so wie man das von deutschen Staatsbeamten her kennt……
Nach ungefaehr einer halben Stunde gings weiter und um 5.15 Uhr, so dachte ich zumindest, war ich angekommen in Val Paraiso/Vina del Mar. Wie sich kurze Zeit spaeter herausstellte musste ich meine Uhr wieder einmal umstellen, und zwar um eine Stunde zurueck, denn in Chile gibt es keine Sommer/Winterzeit….(sehr vernuenftig die Chilenen)
2. April 2009
Hostel Polanco, Val Paraiso, Chile
Nach anfaenglichen Startschwierigkeiten, was auch kein Wunder ist wenn man frueh um vier ohne ausreichend Schlaf in einer neuen Stadt ankommt und vorher kein Hostel per Internet rausgesucht und einen Platz reserviert hat, und somit auch keine Adresse hat wo ein der einzige Taxifahrer der um diese Zeit am Busplatz stand haette hinfahren koennen….. Denn insgeheim war ich davon ausgegangen das hier wie in Argentinien die Busbahnhoefe rund um die Uhr aufhaben und somit auch die Internetcafes im Busbahnhof, und ich in aller Ruhe schauen koennte welches Hostel mir denn angenehm waere…. Aber Pustekuchen, der Bus hielt vor dem Busbahnhof den der war verriegelt und verrammelt. Irgendwann gegen 10 Uhr morgens, reichlich angefressen und stinkig im Kopf erstieg ich eine ziemlich steile Straße auf dem Weg zum oertlichen Holahostel (eine Hostelkette die es in ganz Suedamerika gibt, und da ich Mitglied bin kriege ich da 10 Prozent Rabatt) und was sehe ich da? Auf einem Balkon sas eine Reisende ( leicht zu erkennen an den Flipflops an den Fueßen, der Kaffeeetasse in der Hand und dem neugierigen Blick auf mein Gepaeck) also fix hochgerufen: sorry Senorita, can you help me? In der Hoffnung sie ist des englischen maechtig, ( was hier nicht selbstverstaendlich ist) und ihre Antwort: yes of course, you are a german? weiss der T…. wie sie das so schnell erkannt hat, schnell mit yes geantwortet und ich kriegte zu hoeren: was ist denn dein Problem? Ich habe seit zwei Tagen nicht ausreichend geschlafen, ich habe Hunger und Durst, ich stinke und kann mein Hostel nicht finden, grrrr.
Na dann penne doch hier, hier ist es gut und billig, ich frage gleich mal ob noch was frei ist! M ann, Schwein muss man haben…..2min spaeter oeffnete sich die Tuer zum Paradies. Eine aeltere Frau winkte mich heran und gemeinsam stiegen wir die Treppe hinauf in den ersten Stock und sie zeigte mir ein Zimmer mit nur einem großen schoenen Ehebett, eigentlich wollte ich sofort Hurra schreien , aber im
Hinterkopf die information habend das Chile nicht ganz so preiswert ist wie der Norden von Argentinien fragte ich lieber erst mal nach dem
Preis, und erst mal shocking: 7500 peso….,da ich noch nicht mal Ahnung von dem aktuellen Umrechnungskurs hatte, also vorsichtshalber erst mal gesagt: oh no Senora ….. woraufhin mir die schon erwaehnte Reisende (mittlerweile weiss ich ihren namen: Anne aus Muenchen) versicherte das dies ein guter Preis sei und das dies hier weit und breit die guenstigste Unterkunft ist,(das von mir gesuchte Holahostel wuerde 8500 pro nacht aufrufen in einer Gemeinschaftsunterkunft). Sie waeren gestern angekommen und haetten den ganzen Tag gesucht und nix preiswerteres gefunden und hier waere es wirklich angenehm und gut zu leben. Als daraufhin mir die Senora zu verstehen gab das ich das Zimmer wenn ich denn 4 tage oder laenger bliebe fuer 6000 Peso bekommen koennte war die Sache fuer mich klar und mit einem leicht schummrigen Gefuehl im Magen warf ich meinen Rucksack aufs Bett und meinen Koerper unter die Dusche……
Mittlerweile weiss ich das ich pro nacht nicht mehr als 8 Euro loehne, und das fuer ein Einzelzimmer wirklich ein sensationeller Preis ist in dieser Stadt hier. Wenn man dann noch bedenkt das dies hier eigentlich kein klassisches Hostel ist, sondern eher wohnen mit Familienanschluss muss ich wieder mal sagen , Schwein gehabt und Volltreffer gelandet.Senora Maria Soledad Ramirez-Barrer,die gute Seele des Hauses,Mutter zweier Kinder,Wohnungsinhaberin,Managerin und ein klein wenig meine Spanischlehrerin ( was allerdings nicht wirklich was bringt). Ich habe sie schon nach einem Tag tief in mein Herz geschlossen….
Abends in gemuetlicher Runde:

Ich kann nur jedem empfehlen, sollte ihn der Wind mal hierhertreiben, macht hier Station….
Der Blick vom Balkon, inklusive guter Musik von schraeg gegenueber…..



2. April 2009
eine schoene Stadt
Eigentlich bin ich ja an die Kueste von Chile gereist um das Meer zu genießen, aber ehrlich gesagt bin ich die letzten Tage nur einmal dazu gekommen,




es gibt soviel zu sehen hier…. Die fantastisch unorthodox (fuer deutsche Verhaeltnisse) an die Berge der Stadt geklatschten Haeuser, die vielen Graffitis und kleinen Takes. Die bunt bemalten Muellbehaelter, speziell in dem Stadtteil in dem ich zur Zeit wohne (2 Kunstuniversitaeten gleich um die Ecke und das merkt man irgendwie, und das sich pablo Neruda hier früher rumgetrieben hat auch)), 5 min. bis zum Zentrum der Stadt, 10 min. mit dem Bus bis zu den Markthallen , die anders als in Chemnitz vor Leben uebersprudeln….., Museen, der Hafen, ein Haus von Pablo Neruda (die Winterresidenz) einer meiner am meisst geliebtesten Schriftsteller, oder sollte ich lieber sagen Prosa, Lyrikschreiber und Feind der Gesetze und Regierungen….









Gleich um die Ecke ein kleines franzoesisches Cafe (mit einer Inhaberin die sich fuer ihr Alter leicht zu jugendlich kleidet, aber so sind sie halt die Franzoesinnen….). Was natuerlich meiner Sucht nach gutem Cafe und Zigaretten sehr entgegenkommt, denn es ist eines der wenigen Cafes hier in dem man rauchen darf, und ausserdem habe ich dort drei schon lange gesuchte Postkarten kaufen koennen mit Filmmotiven von Jean Paul Belmondo aus den 60ern und 70ern (jetzt fehlt mir nur noch eine).




Abgesehen davon ist Chile ein ganz schoen teures Pflaster zum leben und froehlich sein, darum bin ich auch heute frueh testhalber mal den Weg zum Busbahnhof abgefahren (ehrlich gesagt ist mir das Nahverkehrssystem, die Numerierung der Buslinien und deren Methode wann sie wo anhalten ein ewiges, scheinbar nichtloesbares Raetsel) um rauszukriegen mit welchem Bus ich denn fahren muss morgen frueh, um puenktlich am Busbahnsteig zu stehen auf dem Weg zurueck nach Argentinien.Meine Lieblingsbeschaeftigung ist zur Zeit mit den zahlreich vorhandenen meist ueber hundertjaehrigen Standseilbahnen (aehnlich der in Augustusburg, nur sind die Kabinen meisst nur fuer max 6 bis 8 Personen ausgelegt) die Berge hinauf zu fahren (pro Fahrt zwischen 50 und 100 Peso, 70 Pfennig bis 1.20 Eu)




die uebrigens, genauso wie ein Großteil von Val Paraiso zum Weltkulturerbe der Unesco zaehlen, um dann in aller Arschruhe wieder hinabzuschlendern und hier und da einen Blick in eine Galerie zu riskieren, den Kunst und Silberschmieden ueber die Schulter zu schauen, mir ab und zu eine kleine Empanada oder aehnliches zu goennen wenn mich der Hunger(oder besser gesagt die Fresslust) packt. Was den Wein angeht so ist speziell der rote Chilenische nicht zu verachten, der Weisse ist nicht so meins, schmeckt irgendwie leicht pelzig, kann natuerlich auch sein das ich immer den falschen erwischt habe…..Die Broetchen hier kruemeln erfreulicherweisse genauso wie bei uns die Zonebroteln, was meinen Gaumen natuerlich sehr erfreut und eine willkommene Abwechslung ist zu dem Weissmehlgebabber in Argentinien.Ein typisch chilenisches Abendmahl habe ich mir hier verkniffen da es mir einfach zu teuer ist fuer einmal nicht richtig satt werden umgerechnet 15 Euro springen zu lassen, im Vergleiich dazu Argentinien: mehr als man essen kann inkl. Getraenke ca 5 bis 7 Eu ( in der Kneipe natuerlich, auf dem Dorfe), dafuer habe ich gestern in einer kleinen versteckt liegenden Assispelunke fuer alte Seemaenner und Zocker (lief die ganze zeit Pferderennen und die Leute waren wirklich ernsthaft bei der Sache, zum Teil hocherfreut, aber auch zu Tode betruebt) zum Mittag das Menue des Tages (menue del dia) gegoennt (kraeftige Bruehe mit Kartoffeln und Rindfleischstuecken, Salat, Brot, Cola und Kaffee) fuer echt angenehme 5 Eu, habe natuerlich alles in mich reinsickern lassen, was zur Folge hatte das ich erst mal ne halbe Stunde bewegungsunfaehig war, aber nach nem ordentlichen Schnappus, gereicht von der Koechin des Hauses mit fettigen Haaren und dreckiger Schuerze gings bald wieder….Wie mir scheint sind die Leute in Chile wesentlich politischer als in Argentinien, was man erstens an den zahlreichen kleinen Takes und pol. Botschaften an den Hauswaenden ablesen kann und zweitens habe ich heute die dritte Demo beobachten koennen seitdem ich hier in der stadt bin. Mir solls recht sein, wird eh wieder mal Zeit fuer Veraenderungen im System, hier, da, dort, ueberall……Vorsichtshalber habe ich mich aber vornehm zurueckgehalten mit meinen Symphatiebekundungen, den die polizisten sahen nicht wirklich so aus als ob sie den Demonstranten freundlich gesonnen waeren, was die Polizisten im Alltag betrifft kann ich eigentlich nix negatives feststellen, eher im Gegenteil, freundlich nett und hilfsbereit, nicht nur zu den Touris, auch zu den Einheimischen, speziell was aeltere Leute angeht. Ist nicht selten zu beobachten das ein Bulle ner alten Dame oder Herren behilflich ist im Gewimmel und Hektik der Stadt……., da koennen sich die franzoesischen Flics und die deutschen Herren Polizisten mal ne Scheibe abschneiden….Was man noch erwaehnen muß, trotz des augenscheinlich hoeheren Lebensstandards und der besseren wirtschaftlichen Lage Chiles (ich denke ungefaehr vergleichbar mit Uruguay) ist hier die Strassenkriminalitaet doch hoeher als in den anderen Orten die ich bisher kennengelernt habe. Einem Israeli (bis vorgestern Mitbewohner) wollte ein Maedchen am Strand die Tasche klauen, was sie auch beinahe geschafft haette, was sie nicht wusste : der Israeli kam frisch aus der Armee und war daher fit wie ein Turnschuh und demzufolge ausdauernder beim Rennen, und vor drei Wochen haben sie zwei Hostelbewohner beim Nachtbummel durchs Viertel abgerippt…., man wird auch jedesmal bevor man abends die Haeuslichkeit verlaesst gewarnt und ermahnt das Portemonnaie zu Hause zu lassen und nur etwas Bargeld einzustecken….Aber ich denke wenn man sich an diese Regel haelt und ansonsten nicht ganz so unvorsichtig ist buest man maximal das Bargeld ein was man gerade in der Tasche hat, Mord, Gewalt und Entfuehrung sind hier nicht so an der Tagesordnung, anders als in Buenos Aires zum Beispiel (aber das weiss ich nur vom Hoerensagen meiner Ex-mitreisenden, die wohnen ja da und erzaehlten mir so einige Gruselgeschichten). Ich selber war ja nur einen Dreivierteltag in dieser mir zu hektischen, zu großen und zu heissen Stadt, was mich auch gleich zum naechsten Thema bringt: dem oertlichen Klima, was nicht anders als aeusserst angenehm umschrieben werden kann, tagsueber in der Sonne warm genug das man am Strand liegen koennte wenn man wollte, in der Stadt selber weht immer ein angenehm kuehles Windchen vom Meer herauf, und wenn man laengere Zeit im Schatten der Haeuser steht kann es durchaus passieren das es einen leicht froestelt, aber dann wechselt man fix die Straßenseite und das Problem ist behoben, nachts sind die Temperaturen fuer meinen Geschmack ideal zum schlafen mit leichter Decke und ohne Shirt geeignet, was die einheimischen natuerlich etwas anders sehen….Was gibts noch zu sagen ausser das nun ungefaehr Halbzeit ist und ich eigentlich so etwas wie Bilanz ziehen koennte ? Aber nee, dazu bin ich heute zu faul, und ich denke auch die naechsten Tage wird mich nicht die Lust ueberkommen das bisher erlebte komplett Revue passieren zu lassen, das einzige was ich halbzeitmaessig getan habe ist per Telefonat nach Deutschland meinen Kontostand zu checken…
zurueck ueber die Anden, Mendoza und Cordoba
Am 03.04 fruehmorgens ging es zuegig zum Busterminal (hatte ja den Weg zum Glueck schon vorher durchexerziert) und genau Punkt acht gings auf zur Andenueberquerung, diesmal aber bei Tageslicht , was sich auch als goldrichtige Entscheidung herausgestellt hat, denn was man nachts nur ahnen konnte war tagsueber umso eindrucksvoller zu bestaunen, in Deutschland wuerde man diese Straße ob ihrer Enge, Kurven und Steilheit wohl eher als Landstrasse, nur geeignet fuer kleinere Pkw bezeichnen, aber denkste, hier ist es eine Hauptverbindung…..







Dementsprechend langsam ging es dann auch stellenweisse vorwaerts, die meisste Zeit zwischen 15 und 30 km/h, der Bus hatte eine Geschwindigkeitsanzeige nur fuer die Passagiere. In Chile ist dies Pflicht, genauso wie die staendige Ortung per GPS und detallierte Infos ueber den Fahrer, die zurueckgelegte Strecke und so weiter, dies alles schoen praesentiert auf einem LED Laufband , fur alle gut sichtbar. An der Grenze hat es diesmal etwas laenger gedauert, denn die argentinischen Zoellner haben ein spuerbar langsameres Tempo als ihre chilenischen Kollegen bei der Einreise.



Und da es diesmal Tag war standen auch noch vier andere Buse vor uns… so wurde aus der fahrplanmaessigen Ankunft die um zwei sein sollte um fuenf, aber was solls ich habe ja Zeit…. In Mendoza angekommen nahm mich der ungeliebte Trubel der Großstadt sofort wieder in Beschlag und bei dem Versuch eine Bleibe zu finden (im Internetcafe des Busterminals) fuer die Nacht war ich nahe am ausflippen, kurz bevor dies geschah kam mir zugute das ich mein Gepaeck nicht wie sonst meist erst mal in der Aufbewahrungsstelle deponiert hatte, sondern direkt am Mann hatte und somit als Reisender weithin kenntlich war … Woraufhin mir eine Israelin , die am Nachbarcomputer sas in bestem englisch ihre Hilfe anbot, denn eigentlich reiste sie zu zweit, doch die Freundin war erkrankt und schon nach Israel zurueck (gute Besserung) und somit ein Platz frei fuer mich in einem gar nicht allzu schlechtem wenn auch nicht ganz billigem Hostel mitten in der Stadt. Nach 20 min. Fußmarsch angekommen, eingecheckt, geduscht , gefreut…. und der Italiener schraeg gegenueber war auesserst preiswert und lecker, yam yam…. Der naechste Tag war nicht ganz so erfreulich denn dummerweisse bin
ich auf das alte Touriabzocke Spiel hereingefallen und habe eine Wein und Biketour gebucht. Der Weg dahin war ja noch ganz angenehm, zu viert im Taxi fuer kostenlos ist ja mal nicht schlecht, aber angekommen schwante mir schon nix gutes. Die Raeder die angeblich exzellente Mountainbikes sein sollten waren die letzten um nicht zu sagen allerletzten Schrottmuehlen und die angeblich so romantische Weinstrasse entpuppte sich auf dem groeßten Teil der Strecke als staubig heisse, von viel Verkehr frequentierte Ausfallstraße, und die Lkw Fahrer sind es nicht wirklich gewoehnt auf Fahrradfahrer Ruecksicht zu nehmen…, nur der letzte Kilometer (von insgesamt zwoelf) der Strecke war als annaehernd angenehm zu bezeichnen, eine etwas kleinere Straßee gesauemt von einer herrlich viel Schatten spendenden Baumallee. Dafuer waren die Weingueter allesamt kostenpflichtig, was natuerlich auch mit keiner Silbe vorher erwaehnt wurde , weder im Prospekt noch muendlich… und 15 Peso fuer drei kleine Probierschlucke schlechten Weins sind echt ganz schoen happig, und der Wein war wirklich durch die Bank weg Scheise…. Und die wollten einem den Rotz auch noch fuer ab 20 Peso die Flasche andrehen, dabei gabs in Mendoza ( und auch sonst in Argentinien) ab 5 bis 7 Peso durchaus lecker roten und weißen, der einzige Lichtblick war die Schokoladenmanufaktur. Die war wirklich gut und hatte ganz zu meiner Verwunderung auch keine ueberhoehten Preise im Angebot…. Den naechsten Tag wollte ich mich zuegig nach Cordoba aufmachen , doch wurde ich in meinem Tatendrang erst mal von den mendozinischen Taxifahrern erheblich ausgebremst denn diese hatten auf irgendwas (konnte leider nicht in Erfahrung bringen worum es ging) eine Stinkwut und haben deshalb Sonntagsfrueh erstmal mit brennenden Reifen und ihren Taxis alle Zufahrtswege zum Busterminal und auch die restliche Innenstadt blockiert. Was zur Folge hatte das ich erstmal in Erfahrung bringen musste ob der Bus ueberhaupt faehrt ( das ticket hatte ich ja schon) und wenn ja von wo aus…. Nach einer kleinen Odyssee von Schalter zu Schalter, zur Info, zur Polizei, zurueck zu den Schaltern , der Info und so weiter habe ich dann mit drei Stunden Verspaetung doch noch Mendoza richtung Cordoba verlassen. Von Cordoba selber gibts nicht allzuviel zu berichten , denn obwohl ich drei Tage da verweilte habe ich nichts anderes getan als mich ab dem spaeten Nachmittag in einem Schachlokal rumzutreiben und regelmaesssig zu verlieren, was mich aber je spaeter der abend umso weniger gestoert hat. Denn wie gesagt der Rotwein in Argentinien ist lecker und preiswert.
Das Hostel selber war auch ganz ok und Montagabend gab´s wieder mal ein schoenes Barbeque fuer gar kein Geld , einfach mal so, fand ich ne feine Sache…Am 08.04 gings auf nach Mina Clavero, doch davon spaeter mehr, die Bilder von den letzten Tagen reiche ich auch noch nach, momentan bin ich froh wenn das Internet nicht alle drei min. auf Wiedersehen
sagt….
Bilder, nachgereicht….
Mendoza, Bike and Winetour….




Taxifahrerstreik




Cordoba

Barbeque im Hostel “Pewman Che”
Mina Clavero, 08.04.09 – 12.04.09
Mina Clavero war wieder mal ein Volltreffer, (nachdem die letzten Plaetze meines verweilens nicht unbedingt als solche zu bezeichnen waren). Der weg dahin wieder mal gut zum gucken und staunen, auf der Karte sah es gar nicht so weit aus, waren aber dann doch gut fuenf Stunden mit dem Bus durch Berg und Tal……







Angekommen, war der erste Eindruck nicht der schlechteste, denn obwohl Mina Clavero ein Touristenort par excellence ist, hat man es doch geschafft den Charme eines kleinen verschlafenen Staedtchens zu behalten und keine Hotelbettenburgen hinzuk(l)otzen. Und da die Hauptferiensaison in Argentinien auch schon vorbei ist, herrschte relative Ruhe und Beschaulichkeit im Staedtchen. Was sich aber bald aendern sollte, denn Ostern stand vor der Tuer….
Das Hostel selber ist eines der besten in dem ich bis dato naechtigte, sehr sauber und mit Liebe und Sorgfalt gestaltet. Zwar nicht zu den billigsten zaehlend aber jeden cent wert… Die Betreiber Diego und Mariella sind nicht nur mit Herzblut dabei, sondern auch mit Verstand. Der Umstand das zwei Katzen (Castro, der schwarze Liebling von Mariella, und Bruno, ein schwarz weißes Kaetzchen, ca fuenf Monate alt und eigentlich den Nachbarn gehoerend. Aber wie Katzen nunmal sind…) die eigentlichen Herren ueber Haus und Hof sind, hat ihnen natuerlich ne menge Symphatiepunkte bei mir eingebracht. Der Hund von nebenan getraut sich nicht mal ein Schlaefchen in der Sonne abzuhalten, (von den Katzen eh nur leidlich gedultet wenn sich dieser Streicheleinheiten von den Gaesten abholt), aber sobald dieser weiße große Schaeferhund die Augen schliest um ein Nickerchen zu halten kommt Castro angerannt, um ihn per Ohrfeige daran zu erinnern das er gerne mal gucken kommen kann , aber gefaelligst zu Hause zu schlafen hat.






Das beste an Mina Clavero, und mein eigentlicher Grund dahinzufahren war der Fluss und die umliegenden Berge. Diesmal nicht die Anden, sondern etwas kleiner….. Wunderbar dazu geeignet durch die Gegend zu stromern und am Fluss entlang von Fels zu Fels zu huepfen wie in den Tagen der kindheit. Nachmittags ein Schlaefchen am Ufer abzuhalten und bei anbrechender Dunkelheit langsam den Weg zurueckzufinden…. Als Sonntags der groeßte Trubel vorbei war (das Hostel genauso wie der Ort hatten sich Freitag morgen mit Beginn der Osterferien schlagartig auf fast beaengstigende Art und Weise gefuellt, und von dem Feeling des kleinen verschlafenen Oertchens als ich ankam, war nichts mehr uebrig, die Straßen und Gassen bis tief in die Nacht rammelvoll mit Volk) nutzten Tom, ein mir sehr symphatischer Mensch, der abgesehen davon genauso gerne am abend (nicht?) zu viel trinkt wie ich….( ein Neuseelaender der schon so ziemlich ueberall auf der Welt gearbeitet hat und nun endlich mal abenteuer haben wollte ,und darum mit dem Fahrrad quer durch Suedamerika faehrt) und ich die Gelegenhiet uns einmal selber in der Kunst des Barbeque (was hier eigentlich Asado heisst) zu versuchen, und ich muss sagen, wir habens voll drauf. Abgerundet wurde der Abend durch ein nettes kleines gruenes wohlriechendes Geschenk von Diego, was wir ohne Frage sehr zu schaetzen wussten.









Cruz del Eje und San Marcos Sierra 13.04.09 – 14.04.09
Neue Woche, neue Menschen
Auf Empfehlung von Mariella habe ich mich aufgemacht um die kleine Welt von San Marcos Sierra zu erkunden. Um dahin zu gelangen war wiedermal eine laengere Busreise faellig. Erst nach Cruz del Eje, was an sich schon eine ziemlich kleine Stadt ist, das groeßte an ihr ist wohl das Busterminal. Wo gemessen an der Einwohnerzahl erstaunlich viele Busse ankommen und abfahren, aber so ist das wohl ueberall auf der Welt, das der letzte Vorposten vom nirgendwo reichlich frequentiert wird. Denn fuer alle Doerfer und verstreut in der Gegend liegenden Gehoefte fuehren alle Wege in die Welt ueber Cruz del Eje…..
Endlich konnte ich mir neuen Moskitoschutz zulegen, denn seitdem ueberall im Fernsehen ueber die Dengue Epedemie berichtet wird, und auch am letzten Lichtmast ein Zettel klebt mit Verhaltensrichtlinien, gibt es nirgends mehr Moskitospary oder Creme zu
kaufen, und mein von Zuhaus mitgebrachter Vorrat war schon seit drei Tagen erschoepft….. Eine unerfreuliche Vorstellung an Dengue zu
erkranken, nur weil man zuwenig Moskitospray dabei hat. Das bloede ist, die Uebertraeger von Dengue sind die sogenannten Tigermoskitos,
die im Gegensatz zu ihren ungefaehrlicheren Geschwistern tagaktiv sind und sich wirklich ueberall wohlzufuehlen scheinen, egal ob Stadt, Land oder Dorf. Man kann also sehen es hat auch seine Vorteile sich auf den Weg ins nichts zu machen, denn in den Vorposten desselben tickt die Zeit etwas langsamer und die Vorraete an Moskitoschutz sind noch nicht voellig erschoepft….;-). Zumindest in einer von drei “Pharmacias” in denen ich nachfragte. Eingedeckt mit allem was noetig war gings zurueck zum Busterminal, und was sehen meine erfreuten Augen?
Einen wunderschoenen (zumindest fuer mich) alten Mercedes Bus mit der Aufschrift: San Marcos Sierra. Dazu muss man sagen das San Marcos Sierra seit den siebzigern als eine kleine Fluchtburg der Hippiekultur gilt, aber das man dies schon am Bus erkennen kann ist natuerlich umso erfreulicher. Also fix eingestiegen , drei Peso geloehnt und ab ging die wilde, wenn auch im gemuetlichen Tempo getaetigte Fahrt ueber Stock und Stein, denn Asphalt ist auf dem Weg nach San Marcos Sierra ein unbekanntes Wort. Nach ca 45 min. Fahrt, immer wieder unterbrochen durch kurze Stops, ausgeloest durch am Wegesrand wartende Leute, (es gibt keine festen Haltestellen, nur eine ungefaehr festgelegte Route, die je nach Bedarf, wenn zum beispiel ein altes Muetterchen ihren schweren Einkauf zu bewaeltigen hat, auch mal fix geaendert wird. Es wird ein kleiner Umweg gefahren direkt bis zur Haustuer (soviel Flexibilitaet wuenschte ich mir mal von der CVAG wenn es frueh von irgendwo nach Hause geht…) und das beste daran ist: niemand stoerts, denn alle haben Zeit, unheimlich viel Zeit…..
Irgendwann angekommen in San Marcos Sierra, hatte ich nur noch das Hostel zu finden. Das es eine ziemlich ausgewachsene Villa sein wuerde mit allem drum und dran war nicht zu erwarten an diesem ort im nirgendwo, aber natuerlich umso erfreulicher. Da mittlerweile Nebensaison war hatte ich auch die Aufmerksamkeit der Betreiber ganz fuer mich allein, eine aeltere Dame, unverkennbar alternatives Gedankengut in sich tragend und ihr Lebensgefaehrte, ein Gitarrero aus Andalusien, der sogar ein wenig deutsch sprach (was wohl seiner letzten Deutschlansdtournee zu verdanken ist)







Da es auch hier wieder Katzen waren, die die besten Plaetze auf den Sitzmoebeln in Beschlag nahmen, fiel es mir nicht schwer mich
wohlzufuehlen (das diese gerade in gemeinschaftlicher Arbeit einen Papagei plattgemacht und verspeist haben, ist die andere Seite der
Medallie). 

Was macht man abends wenn man hungrig und durstig ist? Man geht einkaufen oder in die Kneipe, ich habe mich fuer letzteres entschieden, was auch ne gute Idee war, denn wie das Leben so spielt, sas ich nicht lange alleine…..

Frueh um drei in San Marcos Sierra….


Ach ja,zwei Fluesse, eine Kirche, eine Grotte die der heiligen Maria gewidemet ist, einen Dorfplatz nebst gutem Krimskramsladen in dem es
richtig gute Musik zu kaufen gab( was ich denn auch getan habe). Ein Hippiemuseum, eine kleine Galerie, Ruinen von den Ureinwohnern stammend und so einiges mehr gab es auch noch in dem Dorf und der naeheren Umgebung zu sehen….
weiter gehts mit berichten und erzaehlen…
Rosario ist bis jetzt fuer mich die beste Stadt in Argentinien. Nicht zu groß,nicht zu klein (irgendwas um ne Mille Einwohner) und trotz anderslautender Meinung aller Reisefuehrer und Co, die Stadt mit den besten Moeglichkeiten einzutauchen in die Subkultur…., (naja was wissen Reisefuehrer schon davon…). Da ich im selben Hostel naechtigte wie schon zu Beginn meiner Reise in den Norden gab es logischerweisse auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten, was zur Folge hatte das ich jeden Abend ,oder besser gesagt jede Nacht auf ner anderen “veranstaltung” war. Den Auftakt machte eine komoediantische Artistikshow , aufgefuehrt von Studenten der hiesigen Kunstakademie in einem wundervollen alten kleinen Theatersaal, der nach deutschen baupolizeilichen Masstaeben schon laengst gesperrt worden waere. Diese alten Leuchter und riesigen Ventilatoren, weit ueber hundert Jahre alt und immer noch im Einsatz… die Risse in der Decke scheinen auch niemand ernsthaft besorgt zu haben auser mich deutschen Kleingeist, und ich hatte meine Kamera nicht dabei.., aber mein Kopf hat alle Bilder gespeichert, von der Show, die sehr anders aber mui exzellente war, vom Saal , den Menschen….
Anschliesend ging es ins “Berlin” (wie die restlichen Naechte oder besser gesagt fruehen Morgens). Eine Kneipe/Bar mit Kellergeschoss, Dancefloor, Luemmelecke, Buehne und guten Bars, geoeffnet bis frueh um zehn oder wenn die letzten gehen… Das einzige was ich zu bemaengeln habe ist das es dort nur Warsteiner Bier gibt und die meissten tatsaechlich denken das waere ein gutes deutsches Bier, Baekse und Kopfschmerz am naechsten Tag…..
Rosario, gestern nacht


Zur naechsten Nacht muss ich nicht allzuviel schreiben, siehe Bilder des vorherigen Beitrags. Was den Sonnabend angeht habe ichs ruhiger angehen lassen und bin durch die Stadt gestreift auf Bilderjagd und guten Cafes zum abhaengen und gucken, die es auch reichlich gibt…..Ja und am 19.04.09 war es schon wieder Zeit fuer den Aufbruch, denn ich hatte eine Einladung nach “Chanar Ladeado” ( die zwei Maedchen von San Marcos Sierra). Eine Stadt oder besser gesagt eine quadratische Ansammlung von Hauesern irgendwo im Niemandsland zwischen Rosario und der Weite Suedamerikas……
Aber was solls ,schoen kann es ueberall sein ,und interessant sowieso. Und wenn man eingeladen wird verspricht dies ja auf jeden Fall erstmal ein bequemes Bett und lecker Essen, womit schon zwei meiner Hauptbeduerfnisse befriedigt waeren, was ja schon mal ein guter Anfang ist. Das meine Erwartungen weit uebertroffen wurden, und ich immer noch ein wenig (ganz schoen) geplaettet bin von soviel erlebter Herzlich und Freundlichkeit in diesem kleinen Ort steht erst mal auf einem anderen Blatt geschrieben…..
Vivir con Amigos, Chanar Ladeado y Buenos Aires
Ich sitze gerade bei Leo in der Wohnung (einer meiner Reisegefaehrten im Norden), die selbst fuer deutsche Verhaeltnisse als nicht gerade aermlich bezeichnet werden kann und lausche ausnehmend guter Musik( http://shoutcast.com/shoutcast_player?stationid=429984&GenreName=Ambient&ContentFlag=1&genreList=Ambient%20Downtempo%20IDM ).
Seit langem wieder mal mein Lieblingssender im Netz, und dann auch noch das Liveset von MNO, was will man mehr? Selbstverstaendlich nutze ich die Gelegenheit Leo meinen Musikgeschmack etwas naeher zu bringen, natuerlich nicht ohne vorher fuer die richtige Stimmung mittels meines kleinen Kraeuterbeutelchens gesorgt zu haben. Er sitzt auf dem Sofa und traeumt sich in neue Welten, und ich sitze vor seinem Rechner und habe Zeit um euch ueber alles moegliche unwichtige zu informieren….., was ich auch gedenke reichlich auszunutzen.
Was ist passiert in den letzten Tagen? Von ausen betrachtet eigentlich nicht viel, aber eben nur von ausen… Chanar Ladeado,eine kleine Stadt irgendwo in Argentinien, uninteressant fuer alle die, die nicht gerade das Pech haben dort zu wohnen, so dachte ich bei mir, als mich Melina und Paula an einem abend in San Marcos Sierra fragten ob ich denn nicht Lust haette sie in ihrer Heimatstadt zu besuchen. Sie waere aber sehr klein und touristisch gaebe es ueberhaubt nix, aber auch gar nix zu sehen…. Und natuerlich antwortete ich zu ihrer verwunderung mit meiner lieblingsphrase auf dieser Reise : why not? it..s a good idea….
Fuer sich allein, und aus dem Blickwinkel eines handelsueblichen Travellers betrachtet (die es in Argentinien uebrigens wie Sand am Meer gibt) betrachtet waren diese zweieinhalb Tage relativ unspektulaer. Hier die Reihenfolge wie mir der Ort Sonntags mittels Auto (und am naechsten Tag durch eine Fahrradtour) naehergebracht wurde: Paulas kleine Wohnung, in der ich schlafen wuerde, ein stillgelegter Bahnhof, an dem sich das junge und junggebliebene Volk trifft das gerade nichts besserers und/oder gar nix zu tun hat. Die oertliche Speedwaybahn, wo das freie Training fuer das leider erst am naechsten Wochenende stattfindende Rennen gerade zu Ende war, Paulas Elternhaus samt Eltern, Melinas Elternhaus nebst Mutter und Schwester Clarissa. Melinas Fotostudio, dann das oertliche Casino, in dem wir erst mal ne runde Billard gezockt haben. Danach ab zu Sol, deren Mann und Kindern, Abendbrot essen….




Montags, nachdem ich erst einmal meine Uhr zur Reperatur gegeben habe, deren Glas den lezten Sturz vom Nachttischschrank nicht ueberlebt hat,(interessanterweise habe ich nicht mal nen Zettel gekriegt fuer meine Uhr, und als ich Paula fragte warum, sagte sie einen absolut logischen Satz: “der Ort ist so klein, hier kennt jeder jeden, sowas wie Zettel brauchen wir hier nicht….”), und als sie mich fragte wie lange ich denn bleiben wuerde, gab ich eine ebenso logische Antwort: “der Uhrmacher hat gesprochen, morgen abend ist die Uhr wieder heile”….( bis dahin war ich mir selbst nicht so recht sicher wie lange ich denn bleiben wuerde). Dann ab in Melinas Fotostudio ( www.myspace.com/melinaserrafotografias ) und erst mal ne runde Kartoffelbrei mit Schnitzel verdrueckt, yam yam, und auf gings (natuerlich nicht ohne der vorher landesueblichen Siesta gebuehrend Respekt erwiesen zu haben) zur Fahrradtour, erst ein wenig durch den quadratisch deutsch korrekt angelegten Ort, den Kindergarten und die zwei Schulen gestreift, vorbei an schon erwaehnter Rennbahn und stillgelegtem Bahnhof zur oertlichen Recyclinganlage, zum Friedhof, der etwas auserhalb liegt, und ueber Feldwege, logischerweise nicht ohne von einem Lkw gebuehrend eingestaubt worden zu sein zurueck in den Ort.








Abends dann zu Alexandro, einem Freund Melinas (korrekt ausgesprochen: Alechandro, besteht er drauf), der vor einiger zeit 1 Monat in Berlin verbracht hat und mir gleich, der Bruder im Geiste war), wo es ein gar reichlich Nachtmahl mit allem drum und dran gab…






Dienstags Mittagessen bei Paulas Familie, anschliesend eine Fuehrung durch die Rauemlichkeiten der freiwiiligen Feuerwehr in bestem E


nglisch. Besuch eines der zwei oertlichen Sportklubs inkl. Schwimmbad, ein kurzer Abstecher zur Werkstatt von ……(ich habe leider den Namen vergessen,asche auf mein Haupt) Vater, Besichtigung der Farm von Paulas Eltern, der zur Zeit geschlossenen Schule fuer die auf den Farmen lebenden Kinder, Abholung meiner Uhr (wechsel des Glases 10 Peso, also gerade mal 2.10 Eu oder so) und spaeter Abendbrot bei Melinas Familie, und dann war es schon wieder Zeit sich auf den Weg zum Busterminal zu machen, denn 23.56 Uhr ging mein Bus nach Buenos Aires…

Soweit von aussen betrachtet, aber da war soviel mehr zu spueren, zu sehen und zu beobachten, die Weibergang und deren Freundschaft (6 wirklich extrem unterschiedliche und doch irgendwie aehnliche Frauen). Die Herzlichkeit und Waerme die zu spueren war waehrend ich von Haus zu Haus gereicht wurde, die Freundschaften und kleinen Feindschaften zwischen den Bewohnern und deren Umgang damit, denn in so nem kleinen Nest fernab von allem kann man sich ja nicht wirklich aus dem Weg gehen….
Das nicht genießbare Leitungswasser (hochoffiziell giftig, aber den Leuten die das sagen haben ist das relativ egal).

Ach, es war einfach schoen und ein riesengroßes Geschenk fuer mich in Chanar Ladeado gewesen sein zu koennen, womit wieder mal bewiesen waere die wahren Schaetze liegen abseits der ausgetretenen Pfade….
so nun zu Buenos Aires:
ganz im Gegensatz zu meiner ersten Stippvisite auf der Durchreise erlebe ich diesmal Buenos Aires voellig stressfrei und entspannt. Das begann schon damit das mich Leo frueh um 6.48 Uhr am Busterminal in Empfang nahm von wo aus wir uns zuegig mittels 20 minuetiger Fahrt mit dem Vorortzug Richtung Leos Wohnung bewegten,

angekommen erst mal ordentlich gefruehstueckt und dann ne Runde abgeknackt bis 15.00 uhr, denn wie ueblich konnte ich im Bus nicht schlafen…., vom Rest dieses Tages gibt es eigentlich auch nix spektakulaeres zu berichten, denn uns hat es nur kurz vor die Tuere getrieben um mit Hilfe des Supermarktes den Kuehlschrank zu fuellen. Der Rest des Tages verging mit Fernsehgucken…. (deutsche Welle, Nachrichten und son Scheiss).

Heute ging es auf in Richtung Downtown die Stadt erkunden und erlaufen, eine Fotoausstellung besuchen ( die mehr versprach als sie halten konnte), und der uebliche Touribummel durch die Straßen, auf dem Rueckweg am Bahnhof habe ich Dario wiedergetroffen (der Wohnungslose der mir bei meinem ersten Kurzaufenthalt in Buenos Aires so hilfreich zur Seite stand)

was natuerlich ein großes Hallo gab und dafuer gesorgt hat das wir beide ein fettes Grinsen im Gesicht hatten (und ich immer noch habe). Morgen abend gibt es ein Wiedersehen mit den Maedchen die ich samt Leo in Amaicha kennengelernt habe und anschliessend gehts zu einem Konzert des “Buenos Aires Philharmonic Orchestra” und danach in eine verrraucht verruchte Tangobar, so sprach zumindest Val zu mir, und ich hoffe instaendig das es nicht einer der Touristenschuppen ist, sondern was Bodenstaendig Unanstaendiges.














25. Apr 2009
Berichtigung
Es war nicht das “Buenos Aires Philharmonic Orchestra” sondern das “Orquestra Sinfonica Nacional” deren Klaenge ich heute abend lauschen durfte. Als erstes gab es die Overtuere aus der oper ” la Scala di Seta” von Rossini, als zweites das Concerto nr.2 in b moll Kloeckner Verzeichniss k417 von Wolfgang A. Mozart. Und nach einer kleinen Pause die benoetigt wurde um den großen Chor zu plazieren die “Stabat Mater ” (alle 10 teile) von Rossini, huch war das gut….
Der einzige Wermutstropfen war die nicht ganz so perfekte Akkustik im Saal und zwei Rotzkoepfe die meinten es ist ne gute idee das Telefon nicht auszuschalten.
Zwischenstopp







Monte Video, 28.04.09
Montevideo: schoen









Ende der Geschichte
Bauchlandung
Nach 2 Monaten Leben hat mich spätestens heute das was die Menschen landläufig “Realität” schimpfen wieder eingeholt, war heute den ersten Tag wieder unterwegs zum Zwecke des Broterwerbes…., die neue Midisteuerung hat sich auch vor 10 minuten verabschiedet, passt irgendwie, kommst nach Hause vom ersten Tag racken und willst noch bissel rumspielen, da geht die fucking midischeisse flöten, Mist!
naja was solls, auch solche Tage muss es (?) geben

